Bald-Füchse-Star Mem: Fokus auf CL-Titel – Berlin "beschäftigt mich überhaupt nicht"

Dika Mem hat sich zu seiner sportlichen Zukunft geäußert.
Dika Mem hat sich zu seiner sportlichen Zukunft geäußert.FC Barcelona/Flashscore

Dika Mem (Jahrgang 1997, geboren in Paris) ist der Kapitän des FC Barcelona. Erst vor Kurzem führte er seine Mannschaft mit acht Toren im Finale gegen Bidasoa zum spanischen Pokalsieg. Der Franzose hat mit den Katalanen mittlerweile 36 nationale Titel angehäuft, hinzukommen drei Triumphe beim SuperGlobe sowie drei Champions-League-Trophäen.

Vom 13. bis 14. Juni greift er beim Final Four in Köln nach seinem vierten kontinentalen Titel im Trikot der Blaugrana. Im Halbfinale trifft Barcelona dort auf das dänische Team aus Aalborg. Das andere Halbfinale bestreiten die beiden deutschen Bundesligisten SC Magdeburg und Füchse Berlin.

Im Januar war bekannt geworden, dass Mem nach Ablauf seines Vertrages bei Barça im Jahr 2027 ausgerechnet zum Klub aus der deutschen Hauptstadt wechseln wird. Zu diesem Zeitpunkt wird er elf Jahre in der katalanischen Metropole verbracht haben.

Der rechte Rückraumspieler hat mit Frankreich bereits alles gewonnen – Olympia-Gold, die Welt- und die Europameisterschaft. Nach den jüngsten Enttäuschungen bei Paris 2024 und der vergangenen EM träumt er nun unter der Führung von Talant Dujshebaev davon, Les Experts zurück an die Weltspitze zu führen.

Mem lobt Dujshebaev

Herzlichen Glückwunsch zum Titelgewinn. Im Finale konntet ihr euch mit 37:17 extrem deutlich gegen Bidasoa durchsetzen. Ihr eigener Beitrag war dabei entscheidend – besonders in der Anfangsphase, als Sie mit drei schnellen Toren einen wegweisenden 7:0-Lauf anführten.

"Vielen Dank. Um ehrlich zu sein, hat heute einfach jeder Einzelne von uns stark performt. Wir haben ein extrem rundes Spiel gezeigt, bei dem alle ihren Teil beigetragen haben. Sowohl im Angriff als auch in der Deckung haben wir mit enormer Intensität agiert. Genau das ist der Maßstab für die Zukunft – so müssen wir jetzt weitermachen."

Nach dem nunmehr 13. Pokalsieg in Serie dürfte der Fokus bereits auf der nächsten großen Herausforderung liegen: der Champions League und dem Halbfinale beim Final Four gegen Aalborg. Vor zwei Jahren konntet ihr den Pokal gewinnen, in der vergangenen Saison kam das Aus im Halbfinale.

"Nun, im ersten Moment geht es jetzt erst einmal darum, durchzuatmen und zu regenerieren, denn wir haben drei extrem intensive Turniertage in den Knochen. Ab Dienstag gilt die Konzentration dann aber zu 100 Prozent Aalborg. Wir alle brennen darauf, diesen Champions-League-Titel zu holen – es wäre der insgesamt 13. in der ruhmreichen Geschichte unserer Handball-Abteilung."

Bei der französischen Nationalmannschaft hat Talant Dujshebaev vor Kurzem eine neue Ära eingeläutet. Das erklärte Ziel ist es, die Bleus wieder zu Titeln zu führen. Wie erleben Sie diesen Impuls?

"Ganz ehrlich: Ich schätze den Trainer unglaublich. Es ist ein riesiges Privileg, jemanden wie Talant Dujshebaev auf der Bank der Nationalmannschaft zu haben. Ich hoffe sehr, dass wir gemeinsam noch viele große Erfolge feiern werden."

Nach den Rückschlägen der letzten Turniere schielen Sie mit Frankreich vermutlich schon mit einem Auge auf die Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland, um dort sportliche Wiedergutmachung zu betreiben?

"Natürlich ist es mein persönlicher Anspruch und auch das Ziel der gesamten Mannschaft, mit der Nationalelf bei der nächsten WM wieder ganz oben anzugreifen. Bis dahin fließt aber noch viel Wasser den Fluss hinunter. Aktuell bin ich hier bei Barça und mein voller Fokus liegt ohne Wenn und Aber auf dem Final Four."

Ihr Wechsel zu den Füchsen Berlin ab Juni 2027 ist seit Januar fix. Welche Ziele wollen Sie bis zu Ihrem Abschied mit Barça noch erreichen? Und haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass Sie im diesjährigen Finale theoretisch auf Ihren zukünftigen Arbeitgeber treffen könnten?

"Nein, solche Gedankenspiele beschäftigen mich aktuell überhaupt nicht. Ich will die Champions League gewinnen – und zwar die beiden Ausgaben, die mir mit diesem Verein noch bleiben. Diese Saison und, wenn möglich, auch die nächste. Genauso hungrig bin ich darauf, weiterhin die spanische Meisterschaft zu verteidigen. Was danach in der Zukunft passiert, steht auf einem anderen Blatt. Im Hier und Jetzt zählt für mich nur Barça."

Was entgegnen Sie Kritikern, die behaupten, die spanische Liga sei aufgrund Ihrer Dauerdominanz inzwischen etwas langweilig geworden?

"Denen würde ich sagen: Kommt doch selbst her und spielt mit! Natürlich gibt es qualitative Unterschiede in der Liga, aber es wird von Jahr zu Jahr härter, ganz oben zu bleiben – das wird oft unterschätzt. Was wir als Team Woche für Woche leisten und vor allem, mit welcher Dominanz wir unsere Spiele nach Hause bringen, ist absolut beachtlich. Ich finde, diese Konstanz verdient ein Stück weit mehr Anerkennung."