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"Fußball zurückerobern": Blatter ruft zum Widerstand gegen FIFA und Infantino auf

Sepp Blatter
Sepp BlatterFabrice COFFRINI / AFP / AFP / Profimedia

Nach dem Ende der Fußball-WM hat der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter zum Widerstand gegen das Gebaren des Weltverbandes unter der Führung seines Nachfolgers Gianni Infantino aufgerufen. "Nun liegt es an den Fans, Spielern und nationalen Verbänden, den Fußball zurückzuerobern und ihn unter neuer Führung zu seinen Wurzeln zurückzuführen", schrieb der 90-Jährige am Dienstag bei X.

Die längste WM der Geschichte sei zwar dank Spaniens Triumph über Argentinien (1:0 n.V.) mit dem "richtigen Weltmeister" zu Ende gegangen. "Doch auf dem Weg zum Schlusspfiff hatte das Turnier seine Glaubwürdigkeit verloren. Politik darf das Spiel nicht überschatten", betonte der Schweizer.

Blatter, in dessen Amtszeit ein beispielloses Korruptionsnetzwerk rund um die FIFA entstanden war, greift Infantino regelmäßig verbal an. Der aktuelle FIFA-Chef hatte im aufsehenerregenden "Fall Balogun" während des Turniers Kritik auf sich gezogen, durch die Begnadigung des US-Stürmers infolge eines Anrufs von US-Präsident Donald Trump war der Vorwurf der politischen Einflussnahme aufgekommen.

Infantino sitzt dennoch fest im Sattel. Vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr unterschrieben laut eines Berichts des Guardian mehr als 200 FIFA-Mitgliedsverbände ein Unterstützerschreiben. Die Organisation FairSquare hat Beschwerde gegen Infantino bei der FIFA-Ethikkommission eingereicht, sie wirft dem Präsidenten die Verletzung seiner politischen Neutralitätspflicht im Umgang mit Trump vor.