Die FIFA hatte im Dezember 2025 angekündigt, in der 22. Minute jeder Halbzeit eine dreiminütige Pause einzulegen – und zwar verpflichtend bei allen 104 Turnierspielen. Die offizielle Begründung: Man wolle für alle Teams absolut gleiche Bedingungen schaffen.
Neu sind solche Erfrischungspausen im Fußball zwar nicht – schon bei der WM 2014 in Brasilien gab es sie –, allerdings wurden sie damals nur bei extremer Hitze flexibel eingesetzt. Die neue Pauschalregelung stößt nun sowohl vor den Fernsehern als auch in den Stadien auf fast einhellige Ablehnung. Bei fast jeder Übertragung sind laute Buhrufe und Pfiffe von den Rängen zu hören.
Van Dijk mit diplomatischer Kritik
Ein Grund für den Unmut ist die offensichtliche Kommerzialisierung: Rechteinhaber dürfen die Pausen für Werbung nutzen. Der US-Sender Fox Soccer testete die Grenzen der neuen Regelung bereits beim Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika aus und schaltete erst zehn Sekunden nach Wiederanpfiff zurück ins Stadion. Die FIFA beließ es bei einer einfachen Erklärung des Senders und verzichtete auf harte Sanktionen. Für viele Kritiker ein klares Signal: Steuert der Weltverband insgeheim auf ein US-amerikanisches "Four-Quarter"-Modell wie in der NBA oder NFL zu, um die Werbeeinnahmen zu maximieren?
Auch die Hauptakteure auf dem Platz sind geteilter Meinung. Virgil van Dijk, der beim 2:2-Unentschieden der Niederlande gegen Japan als Torschütze glänzte, nannte die Pausen diplomatisch "ein bisschen interessant", fand im Anschluss aber deutliche Worte: "Ich habe bisher fast jedes Spiel gesehen. Jedes Mal, wenn es in eine Werbepause ging, hat mir das ehrlich gesagt überhaupt nicht gefallen. Auch für die neutralen Zuschauer vor dem Fernsehen ist das nicht optimal."
Der Innenverteidiger plädiert für mehr Flexibilität: "Natürlich ist es sinnvoll, die Pausen einzubauen, wenn es wirklich heiß ist. Aber man sollte meiner Meinung nach jedes Spiel individuell betrachten." Wohl wissend, dass zu viel Kritik beim Weltverband ungern gesehen wird, fügte er mit einem Grinsen in Richtung der Reporter hinzu: "Ich glaube, ich habe dazu jetzt auch genug gesagt."
Ob Fans und Spieler sie nun mögen oder nicht: Die Trinkpausen dürften den Fußball auch im nächsten Jahrzehnt begleiten. Ein Blick auf die kommenden Turniere zeigt, dass das Thema Hitze relevant bleibt: Die WM 2030 findet mitten im Hochsommer im Mittelmeer-Trio Marokko, Portugal und Spanien statt, bevor das Turnier 2034 wieder in den Nahen Osten nach Saudi-Arabien wandert.
FIFA WM 2026
Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko.
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