Wie übereinstimmende Medienberichte, darunter des britischen The Guardian sowie des Investigativjournalisten Romain Molina (New York Times), bestätigen, berief die Fédération Tunisienne de Football (FTF) unmittelbar nach dem Schlusspfiff der Schweden-Partie eine nächtliche Krisensitzung ein. In dieser wurde das vorzeitige Ende der Zusammenarbeit mit dem 54-jährigen Franzosen beschlossen.
Zum Match-Center: Schweden vs. Tunesien
Die Pleite gegen die Skandinavier bildete den Tiefpunkt einer anhaltenden sportlichen Talfahrt der „Adler von Karthago“. Bereits in der unmittelbaren WM-Vorbereitung hatte das Team erhebliche Defizite offenbart und im letzten Testspiel eine herbe 0:5-Klatsche gegen Belgien einstecken müssen. Die Demontage im ersten Gruppenspiel ließ den Verbandsverantwortlichen nun offenbar keine andere Wahl mehr, als den Trainerposten neu zu besetzen.
Damit endet die Amtszeit von Sabri Lamouchi nach extrem kurzer Dauer. Der ehemalige französische Nationalspieler war erst vor wenigen Monaten als Nachfolger von Sami Trabelsi verpflichtet worden, nachdem dieser infolge des Achtelfinal-Aus beim Afrika-Cup entlassen worden war. Lamouchis Bilanz liest sich jedoch ernüchternd: In den lediglich fünf Partien unter seiner Regie gelang der Mannschaft nach einem initialen 1:0-Erfolg gegen Haiti kaum noch Zählbares.
Es folgte eine Nullnummer gegen Kanada (0:0), ehe drei Niederlagen in Serie gegen Österreich (0:1), Belgien (0:5) und schließlich Schweden (1:5) den Abwärtstrend besiegelten. Besonders eklatant zeigte sich dabei die Offensivschwäche der Tunesier, die in den vergangenen vier Partien nur ein einziges eigenes Tor erzielen konnten.
Spekulationen um Nachfolge – Japan-Spiel vor der Brust
Wer die Mannschaft im wegweisenden zweiten Gruppenspiel betreuen wird, ist derzeit noch unklar. Als potenzielle Nachfolger werden in Fachkreisen bereits mehrere prominente Namen gehandelt. Neben dem ehemaligen tunesischen Starspieler und Sunderland-Flügelstürmer Wahbi Khazri gilt auch Mondher Kebaier als heißer Kandidat. Kebaier verfügt über reichlich Erfahrung und hatte die tunesische Auswahl bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 betreut.
Der neue sportliche Verantwortliche steht sofort unter enormem Erfolgsdruck: Bereits am kommenden Samstag, den 20. Juni, bestreitet Tunesien sein zweites WM-Gruppenspiel gegen Japan. Um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren, ist ein Punktgewinn für die Nordafrikaner dann bereits Pflicht.
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