1962: Fahrian gegen Tilkowski
Der erfahrene Hans Tilkowski geht noch einen Tag vor dem Auftakt davon aus, er sei die Nummer 1. Doch Sepp Herberger zieht ihm gegen Italien (0:0) den Ulmer Zweitligakeeper Wolfgang Fahrian vor, wegen dessen unübertroffener "Reaktionsschnelligkeit". Der "Chef" spricht von seinem "bisher schwersten Entschluss". Tilkowski tobt, will abreisen und zerlegt in seinem Zimmer das Mobiliar. Später behauptet er, ein Stuhl sei ihm im Weg gestanden.
1986: Stein gegen Schumacher
Teamchef Franz Beckenbauer nennt mal Herausforderer Uli Stein, mal Platzhirsch Toni Schumacher den "besten Torwart der Welt". Am Vorabend des Starts legt er sich auf Schumacher fest. Stein reagiert frustriert, wittert eine Medien- und Ausrüster-Verschwörung gegen sich, sonnenbadet provokant auf der Bank, überzieht (mit anderen) den Zapfenstreich und nennt den "Kaiser" einen "Suppenkasper". Der DFB wirft mit dem Hamburger erstmals einen Spieler aus dem Turnierkader.
1994: Köpke gegen Illgner
Nach der EM 1992 bestreitet Andreas Köpke acht der ersten neun Länderspiele in der Nationalmannschaft, doch zur WM legt sich Berti Vogts doch wieder auf Weltmeister-Torwart Bodo Illgner fest. Nach dem völlig überraschenden Viertelfinal-Aus gegen Bulgarien bereut er dies: "Mein Fehler war, dass ich auf den falschen Torhüter gesetzt habe."
1998: Kahn gegen Köpke
Köpke wird 1996 als Stammkeeper Europameister, Ersatzmann Oliver Kahn sagt schon da: "Berti Vogts weiß genau, dass ich nicht zur ewigen Nummer 2 tauge. Bei der WM 1998 will ich spielen." Vogts hält an Köpke fest, dem am Viertelfinal-Aus gegen Kroatien (0:3) keine Schuld trifft. "Wenn die Spieler weniger Fehler gemacht hätten als ich, wären wir Weltmeister geworden", sagt Vogts.
2006: Lehmann gegen Kahn
Kahn ist der tragische Held der WM 2002, doch vor dem Heim-Turnier 2006 ruft Bundestrainer Jürgen Klinsmann plötzlich einen Konkurrenzkampf aus. Im April legt er sich auf Jens Lehmann fest - ein Paukenschlag. Kahn zeigt beim Turnier Größe, sagt später aber trotzig: "Mit mir wären wir Weltmeister geworden."
2010: Neuer gegen Wiese
Nach dem Tod von Robert Enke soll René Adler das WM-Tor hüten, doch der Leverkusener fällt mit einem Rippenbruch aus. Tim Wiese will um die Nummer 1 "kämpfen, bis Blut kommt", doch Joachim Löw entscheidet sich für den jungen Manuel Neuer (drei Länderspiele). "Einen Grund habe ich nicht erfahren", mosert Wiese, "ich habe wohl keine Lobby."
2018: ter Stegen gegen Neuer
Neuer fällt vor dem Turnier wegen eines erneuten Mittelfußbruchs monatelang aus, der "ewige" Kronprinz Marc-André ter Stegen bewirbt sich mit Weltklasse-Leistungen um den Stammplatz - doch Neuer kehrt kurz vor der Endrunde zurück. Ter Stegen verspricht, "zu zweihundert Prozent" für die Mannschaft da zu sein, lässt aber auch mal seinen Frust raus wie mit seinem legendären "Pool"-Foto ohne Pool im Quartier in Watutinki.
Zum Match-Center: Deutschland vs. Curacao
