Also sorgte Regierungschef Félix Tshisekedi auf Wunsch seiner Landsleute kurzerhand dafür, dass Michel Nkuka Mboladinga, besser bekannt als "Lumumba Vea", in die offizielle Delegation aufgenommen wird. Kein zusätzlicher Profi, Trainer oder Betreuer, sondern ein Fan. Aber nicht irgendeiner.
Mboladinga ist weltbekannt - vor allem, weil er kaum zu übersehen ist. Wenn die DR Kongo spielt, steht der 49-Jährige auf der Tribüne - regungslos, den Blick in die Ferne gerichtet, den rechten Arm erhoben. Wie eine Statue. Er singt nicht, er feiert nicht, er bewegt sich einfach nicht. Die farbenfrohen Anzüge, inspiriert von der Nationalflagge der DR Kongo, kennt mittlerweile fast jeder Fußballfan.
Imitierte Statue als Motivation?
In der Nacht auf Mittwoch (4.00 Uhr/ARD und MagentaTV) könnten nun erneut Bilder von Mboladinga um die Welt gehen. Nachdem er den sensationellen Auftakt seiner Landsmänner gegen Portugal (1:1) wegen der Isolationsmaßnahmen im Rahmen des Ebola-Ausbruchs noch verpasst hatte, dürfte er im zweiten Gruppenspiel der WM gegen Kolumbien in Guadalajara wohl endlich dabei sein - und seine Mannschaft unterstützen, auch ohne Gesang.
Zum Match-Center: Kolumbien vs. DR Kongo
"Ich stehe reglos da, weil ich glaube, dass es dem Team emotionale Ausdauer gibt", sagte Mboladinga zuletzt dem Wall Street Journal. Ein einfacher Scherz ist die Aktion, mit der er beim Afrika-Cup 2025 erstmals viral ging, keinesfalls. Mboladinga imitiert eine Statue von Patrice Lumumba in Kinshasa.
Der erste Premierminister des unabhängigen Kongo (heute DR) und einer der Vorkämpfer der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung war 1961 ermordet worden. Er wird bis heute als Symbolfigur verehrt. Mboladingas Spitzname "Lumumba Vea" bedeutet so viel wie "Lumumba lebt".
"So wie Lumumba sein Leben für unser Land geopfert hat, ist der Preis, den ich zahle, gering im Vergleich dazu, wie sehr mir dieses Team am Herzen liegt", sagt Mboladinga. Nach seinen Auftritten beim Afrika-Cup bekam er vom Staatspräsidenten einen Jeep geschenkt. Laut eigenen Angaben hält er seine Pose jeden Tag für 30 bis 40 Minuten, um zu trainieren. Die Spieler scheinen das wertzuschätzen.
"Sie lieben ihn sehr", sagte Véron Mosengo-Omba, der Präsident des kongolesischen Fußballverbands, über das Verhältnis der Profis zu ihrem berühmtesten Fan: "Mboladinga ist ein nationales Symbol für Widerstandskraft und Stolz." Nun auch endlich bei der WM?
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