Es war klar, dass die Frage nach seiner Zukunft kommen würde. Doch auch am Tag vor dem Zweitligastart verspürte der "ewige" Frank Schmidt keine Lust, über seine Pläne zu reden. "Das ist völlig uninteressant, ob das meine letzte Saison ist oder nicht", sagte das Trainer-Urgestein, das schon in den Tagen und Wochen zuvor alle Versuche rigoros abgewehrt hatte. Es bringe ja nichts, "sich jetzt Gedanken zu machen. Wir müssen davon wegkommen, das Thema 'Vertragsverlängerung Frank Schmidt' in den Vordergrund zu stellen", hatte Schmidt etwa beim SWR betont. Dies würde nur "vom Fokus Saisonstart ablenken. Ich bin nicht der Wichtigste im Verein."
Eine Institution ist Schmidt beim kleinen Klub von der Ostalb aber allemal. Wenn der FCH am Samstag (13.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Osnabrück in die neue Zweitliga-Saison startet, geht der Kultcoach in sein 20. Jahr beim FCH - und möglicherweise in sein letztes. Fakt ist, dass sein Vertrag im Sommer 2027 ausläuft und Schmidt seine Zukunft bislang offen lässt.
Daran soll sich vorerst auch nichts ändern. "Ich glaube, das geht gar niemanden etwas an, wie diesbezüglich meine Gedanken aussehen und was ich mit der Familie ausmache oder nicht", betonte Schmidt bei Sport1. "Es geht hier um die sportliche Aufgabe, um den Ist-Zustand, um das, was in der Zweitliga-Saison auf uns zukommt."
Doch so ganz wird Schmidt das Zukunftsthema nicht loswerden. Zumal auch Vorstandsboss Holger Sanwald zuletzt schon angedeutet hatte, in den kommenden Monaten alles zu versuchen, um beim hochgeschätzten Trainer die Lust auf eine Verlängerung der Erfolgsgeschichte zu wecken.
Marc Schnatterer als Erbe von Schmidt im Gespräch
Für Schmidt zählt dagegen nach drei Jahren Bundesliga mit dem Höhepunkt Conference League nur das Hier und Jetzt. Er habe "nur eins im Kopf: dieses Jahr mit der Mannschaft erfolgreich zu sein". Heißt: Nach dem Abstieg will der FCH trotz eines Umbruchs und des Abgangs einiger Leistungsträger wie Niklas Dorsch, Arijon Ibrahimovic, Hennes Behrens oder Eren Dinkci oben dabei sein. Alle im Klub seien "heiß darauf zu zeigen", sagte Schmidt, "dass wir auch mit Rückschlägen umgehen können. Wir wollen angreifen. Wir sehen uns schon mit den meisten Mannschaften auf Augenhöhe."
Dies ist inzwischen der Anspruch an der Brenz, auch wenn der Etat in der 2. Liga von 80 auf 50 Millionen Euro geschrumpft ist. Dennoch: "Es sind schon viele Mannschaften abgestiegen", so Sanwald, "die haben sich dann neu sortiert und sind zurückgekommen."
Das hat auch der 1. FC Heidenheim vor - und bastelt schon einmal an der Zukunft. Klub-Legende Marc Schnatterer (40) soll laut Sanwald als Co-Trainer "bei Frank Schmidt weiter lernen". Um das Urgestein irgendwann einmal abzulösen? Vielleicht schon im Sommer 2027?
