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Spanien ist Weltmeister! Ferran Torres sorgt für späte Erlösung

Aktualisiert
Ferran Torres darf sich WM-Siegestorschütze nennen
Ferran Torres darf sich WM-Siegestorschütze nennenREUTERS/Kai Pfaffenbach

Spanien hat sich zum zweiten Mal zum Fußball-Weltmeister gekrönt. Die Iberer waren Titelverteidiger Argentinien im Endspiel in East Rutherford nahe New York drückend überlegen – kamen aber erst in der Verlängerung durch Ferran Torres (106. Minute) zum Torerfolg. Lionel Messi und die Albiceleste zeigten großen Kampfgeist, blieben offensiv aber vollkommen harmlos.

Das war der Live-Tracker zum WM-Finale 

Trump lächelt, Lionel Messi trauert: Spanien hat bei einer beispiellosen Endspiel-Party vor den Toren New Yorks dank des Treffers von Ferran Torres (106.) zum zweiten Mal nach 2010 den Fußball-Thron erklommen. 

Trump beobachtete das Spiel an der Seite von FIFA-Präsident Infantino – hinter Panzerglas
Trump beobachtete das Spiel an der Seite von FIFA-Präsident Infantino – hinter PanzerglasREUTERS/Lee Smith

In einem völlig einseitigen Finale der XXL-WM gewann der Europameister gegen den chancenlosen und am Ende dezimierten Titelverteidiger Argentinien 1:0 (0:0) nach Verlängerung und stürzte Superstar Messi ins Tal der Tränen.

Messi gratuliert Ferran Torres
Messi gratuliert Ferran TorresREUTERS/Lee Smith

Die Südamerikaner mussten nach der Gelb-Roten Karte für Enzo Fernandez (90.+3) in Unterzahl spielen, auf Augenhöhe waren sie dem Favoriten aber auch zuvor nicht begegnet. Nur zwei Schüsse in der verzweifelten Schlussoffensive verzeichneten die Statistiker, keiner davon ging aufs Tor.

Spanien hat das Spiel klar dominiert
Spanien hat das Spiel klar dominiertOpta by StatsPerform

Spanien (20 Abschlüsse) belohnte sich dank zwei Jokern für die Geduld – und schwebt im siebten Fußball-Himmel. Nico Williams legte per Kopf ab, Torres traf ins Glück.

Torres feierte das Goldtor durch einen Tritt gegen die Eckfahne
Torres feierte das Goldtor durch einen Tritt gegen die EckfahneREUTERS/Kai Pfaffenbach

Messi kann Mbappé nicht einholen

Auf der Ehrentribüne jubelte das Königspaar Felipe VI. und Letizia. Und auch US-Präsident Donald Trump applaudierte, ehe er Kapitän Rodri den Weltpokal überreichen sollte. In der Loge feierten die 2010er Weltmeister Andrés Iniesta, Xavi, Iker Casillas und Carlos Puyol, die ihren Titel ebenfalls 1:0 in der Verlängerung (gegen die Niederlande) gewonnen hatten, ihre erfolgreichen Erben.

Die Spanier feiern ihren zweiten WM-Titel
Die Spanier feiern ihren zweiten WM-TitelIMAGN IMAGES via Reuters/James Lang

Für Argentinien und Messi wiederholte sich Geschichte: Wie schon Volksheld Diego Armando Maradona im WM-Finale 1990 von Rom gegen Deutschland scheiterte auch dessen legitimer Nachfolger beim Versuch, den Titel erfolgreich zu verteidigen. Auch im Kampf um den Goldenen Schuh des besten WM-Torschützen hatte Argentiniens Kapitän (acht Tore) gegenüber dem Franzosen Kylian Mbappé (10) das Nachsehen.

Die Torjägerkrone geht an Mbappé
Die Torjägerkrone geht an MbappéIMAGN IMAGES via Reuters/Sam Navarro // Opta by StatsPerform

Gut möglich, dass Messis 34. WM-Spiel am Sonntag im MetLife Stadium in East Rutherford zugleich sein letztes war. Bei der nächsten Endrunde, die 2030 unter anderem in Argentinien ausgetragen wird, ist er 43 Jahre alt. "Ganz egal, was im Finale passiert", schrieb Messi bei Instagram: "Dieses Team hat bereits Geschichte geschrieben, die wir niemals vergessen werden und die niemand auslöschen kann."

Messi hat seinen zweiten WM-Titel verpasst
Messi hat seinen zweiten WM-Titel verpasstREUTERS/Hannah Mckay

Spanien klar überlegen

In Spanien fand das Mammutturnier nach 104 Spielen einen würdigen Weltmeister. Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente spielte ein herausragendes Turnier und stellte mit nun 38 ungeschlagenen Spielen in Serie einen Rekord auf. In seinen acht Partien in Nordamerika kassierte das Team lediglich einen Gegentreffer. 

De la Fuente ließ auf den EM-Titel den WM-Titel folgen
De la Fuente ließ auf den EM-Titel den WM-Titel folgenREUTERS/Kai Pfaffenbach

Die 80.663 Zuschauer im Stadion, die teils absurd hohe Preise für ihre Tickets bezahlt hatten, und rund 1,5 Milliarden an den Fernsehern bekamen am Schlusstag ein Unterhaltungsprogramm geboten wie niemals zuvor.

Das WM-Finale hatte großen Show-Charakter
Das WM-Finale hatte großen Show-CharakterČTK / imago sportfotodienst / Eibner-Pressefoto/Scott Coleman

Als endlich die Stars den Rasen betraten, blieb das erhoffte Spektakel aber aus. Das Spiel lebte von der Spannung. Während Spanien wie gewohnt mit Ballbesitz und Ballsicherheit glänzte, setzte Argentinien vor allem auf Körperlichkeit. Nach vorne ging kaum etwas. Schon gar nicht bei Messi. Sein einziger Ballkontakt in der Anfangsviertelstunde? Der Anstoß.

Argentinien hatte keinen einzigen Schuss aufs gegnerische Tor
Argentinien hatte keinen einzigen Schuss aufs gegnerische TorOpta by StatsPerform

Ausgerechnet im Finale wurde die Abhängigkeit von Messi zum großen Problem der Südamerikaner. Weil der Zehner, der sein Team fast im Alleingang ins Endspiel geführt hatte, bei Spaniens Defensive um den erst 19-jährigen Pau Cubarsi bestens aufgehoben war, entwickelte die Albiceleste keine Torgefahr. Spanien kam mit Jungstar Lamine Yamal (5.), Mikel Oyarzabal (39.) und Marc Cucurella (43.) zumindest zu drei Abschlüssen.

Yamal blieb im Endspiel ohne Torerfolg – ist aber nun Weltmeister
Yamal blieb im Endspiel ohne Torerfolg – ist aber nun WeltmeisterREUTERS/Dylan Martinez

27-minütige Halbzeitshow

Die Fans durften sich dann immerhin in der Pause über großes Spektakel freuen. In bester Super-Bowl-Manier sorgten Madonna, Shakira, Justin Bieber und die Band BTS für eine riesige Halbzeitparty. Zwölf Minuten lang heizten die Stars bei der ersten Show dieser Art der WM-Geschichte zusätzlich ein, Trump lächelte in seiner Loge neben FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Shakira war Teil der überdimensionalen Halbzeit-Show
Shakira war Teil der überdimensionalen Halbzeit-ShowREUTERS/Lee Smith

Platzverweis kurz vor der Verlängerung

Nach der gut 27-minütigen Pause übernahmen die Spanier dann komplett das Kommando - und kamen zu einigen Chancen: Dann flog Fernandez vom Platz.

Enzo Fernandez wurde kurz vor der Verlängerung mit Gelb-Rot vom Platz geschickt
Enzo Fernandez wurde kurz vor der Verlängerung mit Gelb-Rot vom Platz geschicktREUTERS/John Sibley

Messi beschwerte sich, Yamal verpasste die Entscheidung mit einem direkten Freistoß (90.+8). Argentiniens Torhüter Martinez rettete mit einer spektakulären Flugparade. 

Martinez' Parade gegen Yamals Freistoß rettete Argentinien in die Verlängerung
Martinez' Parade gegen Yamals Freistoß rettete Argentinien in die VerlängerungREUTERS/Omar Aziz

Es ging in die Verlängerung, und der Ball landete im Tor. Doch der Treffer von Nico Williams zählte nicht, weil Mikel Merino im Vorfeld ein Foul begangen hatte.

Nicos Tor wurde wegen eines Foulspiels von Merino aberkannt
Nicos Tor wurde wegen eines Foulspiels von Merino aberkanntREUTERS/Carlos Barria

In der 106. Minute brach er aber gemeinsam mit Torres den Bann. Messi blickte entsetzt ins Leere. "Das war das Tor für 77 Millionen Menschen", sagte der Goldtorschütze im Anschluss: "Das Schicksal wollte es so. Jedes Finale ist schwierig. Da ist man immer nervös und aufgeregt. Wir haben einfach versucht, unseren Fußball zu spielen."

Match-Center: Spanien vs. Argentinien

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