Nach dem Scheitern der FIFA-Pläne, Anteile an der Weltmeisterschaft und weiteren Wettbewerben an private Investoren zu veräußern, hat sich ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll mit einer klaren Botschaft zu Wort gemeldet. Der Rückzug des Vorhabens sei zwar notwendig gewesen, dürfe aber nicht das Ende der Debatte sein.
„Es war ein erster richtiger Schritt, dieses Thema vom Tisch zu nehmen. Die Pläne haben den Fußball weltweit in seinen Grundfesten erschüttert, und viel Vertrauen ist verloren gegangen“, erklärte Pröll in einer schriftlichen Stellungnahme.
Der frühere Vizekanzler fordert deshalb, dass die Verantwortlichen beim Weltverband die Angelegenheit nicht einfach abhaken. „Es sind viele Fragen offen. Dem Fußball steht eine intensive Zeit mit grundlegenden Diskussionen bevor“, betonte der 57-Jährige.
ÖFB will Zukunft des Fußballs aktiv mitgestalten
Der Österreichische Fußball-Bund will sich nach den Turbulenzen aktiv an der weiteren Entwicklung beteiligen. Pröll kündigte an, den bevorstehenden Reformprozess gemeinsam mit der UEFA und den übrigen Verbänden konstruktiv begleiten zu wollen.
„Wir sind bereit, diese besonnen und im engen Dialog mit den Verbänden und der UEFA an der Spitze zu führen, um gemeinsam die richtigen Weichen für eine nachhaltige und vertrauensvolle Zukunft des Fußballs zu stellen, in der der Sport im Zentrum steht“, sagte Pröll.
Geschlossener Widerstand aus Europa
Der Rückzug der FIFA-Pläne war dem geschlossenen Widerstand mehrerer Kontinentalverbände vorausgegangen. Besonders die UEFA und ihre 55 Mitgliedsverbände hatten sich entschieden gegen einen Einstieg privater Investoren ausgesprochen und betont, dass die Weltmeisterschaft nicht zum Verkauf stehe.
Pröll begrüßte dieses gemeinsame Vorgehen ausdrücklich. Der ÖFB sei aktiv in die Gespräche und die Beschlussfassung eingebunden gewesen. Das geschlossene Auftreten der europäischen Verbände sende ein wichtiges Signal für Zusammenhalt und Verantwortung.
„Im Mittelpunkt muss immer der Fußball stehen. An diesem Maßstab muss sich unser Handeln orientieren“, stellte Pröll klar.
