"Nichts zu verlieren": Cannavaro fordert von Usbekistan mehr Biss gegen Portugal

Usbekistan-Trainer Fabio Cannavaro freut sich auf die Partie gegen Portugal.
Usbekistan-Trainer Fabio Cannavaro freut sich auf die Partie gegen Portugal.Pedro Nunes / Reuters

Nach der bitteren 1:3-Auftaktniederlage gegen Kolumbien steht WM-Neuling Usbekistan vor der nächsten Mammutaufgabe. Vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Portugal forderte Nationaltrainer Fabio Cannavaro am Montag eine deutliche Leistungssteigerung von seinem Team – vor allem, was die Einstellung betrifft.

Für den usbekischen Fußball ist die Endrunde die erste Weltmeisterschaft der Verbandsgeschichte. Cannavaro, der das Turnier 2006 selbst als Spieler und Kapitän mit Italien gewann, baut darauf, dass seine Mannschaft aus den Fehlern des Kolumbien-Spiels gelernt hat.

"Wie ich schon oft gesagt habe: Wir haben absolut nichts zu verlieren“, erklärte der Italiener mit Blick auf das Duell am Dienstag. "Portugal will das Spiel von der ersten Minute an kontrollieren und wird mit viel Tempo loslegen. Darauf müssen wir vorbereitet sein.

Der Matchplan steht, und die Rollenverteilung ist klar. Cannavaro weiß um die Qualität des Gegners, fordert aber Mut: „Wir treffen auf eine extrem starke Mannschaft, werden aber unser Bestes geben, um bis zum Schlusspfiff dranzubleiben. Ich erwarte mehr Kampfgeist als im ersten Spiel – aber wir dürfen nicht kopflos über den Platz rennen.“

Besonders warnte der Coach davor, das Augenmerk nur auf einen einzigen Namen zu richten. Cristiano Ronaldo blieb beim enttäuschenden 1:1 der Portugiesen gegen die Demokratische Republik Kongo zwar hinter seinen Möglichkeiten, bleibt für Cannavaro aber brandgefährlich: "Wir dürfen uns nicht nur auf Cristiano fokussieren. Er ist einer der größten Spieler aller Zeiten, aber Portugal hat enorm viel Qualität und Talente auf der Bank. Trotzdem gilt: Ronaldo kann aus dem Nichts ein Tor erzielen. Wir müssen hellwach sein."

Das WM-Kribbeln ist zurück

Obwohl seine Rolle als Trainer im Jahr 2026 eine völlig andere ist als bei seinem Triumph vor genau 20 Jahren, spürt der Italiener immer noch das magische WM-Kribbeln. "Als Spieler denkt man viel egoistischer. Als Trainer geht das nicht – da musst du mit jedem sprechen, die Taktik austüfteln und das große Ganze sehen", beschrieb er den Perspektivenwechsel.

Alte Videos von seinem eigenen Pokalgewinn zeigt er seinen Jungs übrigens bewusst nicht: "Das ist zwei Jahrzehnte her. Ich will ihnen lieber vermitteln, was es bedeutet, als echte Einheit aufzutreten. Es gibt Spieler wie Messi oder Maradona, die eine Partie im Alleingang entscheiden können. Für uns zählt dagegen nur das Kollektiv."

Zum Match-Center: Portugal vs. Usbekistan

Das Turnier hat für den Weltmeister von 2006 ohnehin einen emotionalen Stellenwert: "Eine WM vergisst man nie. Und ich habe das große Glück, die schönsten Erinnerungen daran zu haben."