Mbappés Meilenstein: Fünf Sternstunden auf dem Weg zum 100. Länderspiel

Kylian Mbappé ist mit 27 schon ein Jahrhundertspieler.
Kylian Mbappé ist mit 27 schon ein Jahrhundertspieler.Reuters

Vom 18-jährigen Debütanten gegen Luxemburg bis zum erfahrenen Anführer, der an diesem Montagabend gegen den Irak sein 100. Länderspiel bestreitet: Kylian Mbappé hat der französischen Nationalmannschaft in Rekordzeit seinen Stempel aufgedrückt. Mit gerade einmal 27 Jahren erreicht der Kapitän von Les Bleus in Philadelphia einen historischen Meilenstein. Wir blicken zurück auf die fünf prägendsten Momente einer außergewöhnlichen Nationalmannschaftskarriere.

Vor neun Jahren wurde ein schmächtiger Teenager in der 78. Minute gegen Luxemburg eingewechselt. Kaum jemand ahnte damals, dass dieser Kurzeinsatz den französischen Fußball für eine ganze Generation revolutionieren würde. Wenn Mbappé nun an diesem Montagabend im US-amerikanischen Philadelphia gegen den Irak aufläuft, tut er dies zum 100. Mal – eine schier unglaubliche Marke für einen Spieler, der erst Ende des Jahres 28 wird.

Zum Match-Center: Frankreich vs. Irak

Doch der Angreifer sammelt nicht nur Einsätze, sondern bricht Rekorde am laufenden Band. Seit seinem Treffer gegen den Senegal führt er die ewige Torschützenliste der Franzosen mit stolzen 58 Treffern an.

2017: Debüt und Tor-Premiere

Am 25. März 2017 feierte Mbappé gegen Luxemburg sein Debüt und avancierte damit zum zweitjüngsten Spieler in der Geschichte der Équipe Tricolore. Nach einer sensationellen Saison mit der AS Monaco, die ihn zur Meisterschaft und ins Halbfinale der Champions League geführt hatte, fügte er sich im Nationalteam ein, als hätte er nie woanders gespielt.

Nur fünf Monate später folgte im Stade de France beim 4:0-Erfolg gegen die Niederlande sein erstes Länderspieltor – ein Treffer, der Frankreich das WM-Ticket für Russland sicherte und am selben Tag fiel, an dem sein Wechsel zu Paris Saint-Germain verkündet wurde. Innerhalb kürzester Zeit reifte er unter Didier Deschamps vom großen Talent zum unverzichtbaren Stammspieler. Das enorme Tempo für seine Karriere war gesetzt.

2018: Mit 19 auf dem Dach der Welt

Es war der Sommer, der alles veränderte. Während Frankreich das Wunderkind aus Bondy bereits feierte, verzückte Mbappé bei der Weltmeisterschaft in Russland die gesamte Fußballwelt. Nach der brasilianischen Legende Pelé wurde er zum zweitjüngsten Spieler, dem ein Doppelpack in einer WM-K.-o.-Phase gelang.

Unvergessen bleibt das Achtelfinale gegen Argentinien, in dem er die gegnerische Abwehr mit seiner Schnelligkeit schwindelig rannte, einen Elfmeter herausholte, zweimal selbst traf und die Albiceleste quasi im Alleingang nach Hause schickte. Auch beim 4:2-Finalsieg gegen Kroatien trug er sich in die Torschützenliste ein. Mit vier Turniertreffern und der Auszeichnung als bester junger Spieler des Turniers krönte sich Mbappé mit gerade einmal 19 Jahren zum Weltmeister.

2021: Das Trauma von Bukarest

Doch auch in Mbappés glanzvoller Karriere gab es schmerzhafte Rückschläge. Bei der Europameisterschaft 2020 (ausgetragen 2021) avancierte er im Achtelfinale gegen die Schweiz zum tragischen Helden, als er den entscheidenden Elfmeter verschoss und Frankreichs vorzeitiges Aus besiegelte.

Die Bilder seines fassungslosen Blicks und der unterdrückten Tränen brannten sich ein, gefolgt von einer harten Welle der Kritik in den sozialen Medien. Zum ersten Mal erlebte die Öffentlichkeit das Ausnahmetalent verletzlich.

Die Antwort des Stürmers ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Noch im selben Jahr führte er Frankreich mit einem Tor und einer Vorlage im Finale gegen Spanien zum Gewinn der Nations League und schoss kurz darauf Kasachstan mit vier Toren im Alleingang ab – ein Kunststück, das vor ihm im französischen Trikot zuletzt Just Fontaine 1958 gelungen war.

2022: Ein Hattrick für die Ewigkeit

Das WM-Finale am 18. Dezember 2022 in Katar ging in die Geschichtsbücher ein, auch wenn es für Mbappé ohne Happy End blieb. Über eine Stunde lang fand Frankreich gegen ein dominant aufspielendes Argentinien um Lionel Messi überhaupt nicht statt und lag verdient mit 0:2 zurück. Dann folgte der große Auftritt des französischen Superstars: Binnen weniger als zwei Minuten glich er die Partie per Strafstoß und einem fulminanten Volleyschuss aus.

In der dramatischen Verlängerung konterte er den erneuten Rückstand mit seinem dritten Treffer. Damit war er nach dem Engländer Geoff Hurst (1966) der erst zweite Spieler, dem ein Hattrick in einem WM-Finale gelang. Trotz seiner acht Turniertore und der Torjägerkrone verlor Frankreich das anschließende Elfmeterschießen. Mbappé verließ den Platz tief enttäuscht, aber mit dem Versprechen, noch stärker zurückzukommen.

2026: Rekorde über Rekorde

Und er hielt sein Wort. Pünktlich zur Weltmeisterschaft 2026 präsentierte sich der Kapitän in absoluter Topform. Mit seinem Doppelpack im Eröffnungsspiel gegen den Senegal zog er an Olivier Giroud vorbei und krönte sich mit 58 Toren zum alleinigen Rekordtorschützen Frankreichs. Gleichzeitig schraubte er sein WM-Torkonto auf 14 Treffer hoch und knackte damit auch den historischen französischen Rekord von Just Fontaine.

Mit 27 Jahren ist Mbappé längst kein Versprechen für die Zukunft mehr, sondern der erfahrene Anführer, auf dessen Schultern die Hoffnungen für den dritten Stern ruhen. Mit seinem 100. Länderspiel gegen den Irak jagt er nun die nächste Bestmarke: Bis zum Rekord von Hugo Lloris (147 Einsätze) fehlen ihm nur noch 47 Spiele – es sei denn, er hat es auf den absoluten Rekord von Eugénie Le Sommer abgesehen, die unglaubliche 200 Mal für Frankreich auflief.

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Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko. 

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