"Geschichte schreiben": Ivorer um Diomandé und Co. wollen Deutschland ärgern

Die Elfenbeinküste bejubelt den späten Sieg gegen Ecuador.
Die Elfenbeinküste bejubelt den späten Sieg gegen Ecuador.REUTERS/Jeenah Moon

Dribbelkünstler Yan Diomande stellte sich mit seinen Mitspielern glückselig in einer Reihe vor der Tribüne auf, dann ließ sich die Elfenbeinküste von ihren wenigen anwesenden Fans feiern. Der Last-Minute-Sieg in einem packenden Auftaktspiel gegen Ecuador soll auch für das Duell mit Deutschland Flügel verleihen. "Wir sind nicht nur gekommen, um teilzunehmen. Wir wollen Geschichte schreiben", tönte Diomande: "Wir sind mit der Mentalität gekommen, alles zu gewinnen."

Das durchaus beeindruckende 1:0 (0:0) gegen die Südamerikaner dank des späten Treffers von Joker Amad Diallo (90.) war eine kleine Kampfansage in Richtung des großen Favoriten, dem nach dem furiosen 7:1-Kantersieg gegen Curacao das Weiterkommen kaum noch zu nehmen ist. Man habe nun "mehr Selbstvertrauen", sagte Diomande: "Wir wissen, dass ein Spiel gegen Deutschland schwierig ist. Es ist eine der größten Mannschaften der Welt. Aber wir warten auf sie."

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Das Team sei "sehr aufgeregt", gegen eine solch große Nation zu spielen, führte der Leipziger aus. Man müsse nun "ruhig und entspannt" bleiben. Dies ist gar nicht so einfach, schließlich winkt bereits jetzt Historisches: Bei der vierten Teilnahme könnten die "Elefanten" erstmals die Gruppenphase überstehen - und das vor allem dank des überragenden Diomande. Der Leipziger verzückte gleich bei seinem WM-Debüt mit irrsinnigen Tempodribblings die Fußballwelt.

Wohin geht Diomandé nach der WM

Gegenspieler Piero Hincapie - seines Zeichens Stammkraft beim Champions-League-Finalisten FC Arsenal - war vollkommen überfordert mit der Höchstgeschwindigkeit und den flinken Haken des 19-Jährigen. Die deutsche Abwehr und vor allem die Außenverteidiger Nathaniel Brown und Joshua Kimmich können sich am Samstag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) in Toronto auf viel Arbeit einstellen, Räume wie Fußballzwerg Curacao darf man Diomande wahrlich nicht lassen.

Der Flügelspieler könne Spiele entscheiden, schwärmte Trainer Emerse Faé, dem nicht entgangen ist, dass Diomande längst auf dem Zettel europäischer Topklubs steht: "In Frankreich haben mir die Leute gesagt, er wechselt zu PSG. Hier heißt es, er gehe nach Liverpool. Ich weiß es nicht." Der Youngster, der gegen Ecuador die Trophäe als Spieler des Spiels erhielt, werde das Turnier spielen und danach "die beste Entscheidung für seine Karriere treffen".

Doch nicht nur Diomande hinterließ zum Auftakt Eindruck. Sowohl die Ivorer, die wegen Visa-Problemen nur auf die Unterstützung der in den USA lebenden Landsleute bauen konnten, als auch Ecuador überzeugten mit enormer Körperlichkeit und Intensität. "Die tun weh, die deutsche Mannschaft muss aufpassen", mahnte Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger in der ARD: "Da hat man Gegenspieler, die riskieren Gelbe Karten. Das ist nicht so einfach."

Und dazu kommen dann eben auch noch vereinzelt Künstler wie Diomande.