"Bester Verteidiger der Welt"? Ex-Frankfurter Pacho will die DFB-Elf stoppen

Willian Pacho ist das Rückgrat des ecuadorianischen Teams.
Willian Pacho ist das Rückgrat des ecuadorianischen Teams.IMAGN IMAGES via Reuters/James Lang

Wenn von Markus Krösches spektakulärsten Transfers die Rede ist, fallen fast zwangsläufig die Namen von Randal Kolo Muani, Omar Marmoush, Hugo Ekitiké. Spieler, die mit tollen Toren begeistern und irren Dribblings besondere Momente kreieren. Krösches vielleicht größte Entdeckung als Perlentaucher von Eintracht Frankfurt ist aber eine andere: Willian Pacho. Ecuadors 24 Jahre alter Abwehrchef fliegt gern unterm Radar, dabei gilt er in der Szene inzwischen als "bester Verteidiger der Welt".

Zu dieser Überzeugung gelangte kürzlich Englands Fußball-Ikone Rio Ferdinand. Und auch Toni Kroos zeigte sich von Pachos Qualitäten begeistert, attestierte ihm in seinen Podcast einen "guten Touch und ein gutes Aufbauspiel". Wie gut der 24-Jährige tatsächlich schon ist, lässt sich durch Zahlen belegen.

Zum Match-Center: Ecuador vs. Deutschland

Pacho gewann im vergangenen Jahr mit Paris St. Germain als erster Ecuadorianer überhaupt die Champions League. Vor dreieinhalb Wochen wiederholte er den Triumph. Und nicht etwa als Ergänzungsspieler oder Mitläufer. Er stand in sämtlichen 17 Spielen in der Startelf und verpasste keine einzige Sekunde. Nach dem Finale gegen den FC Arsenal waren es nicht etwa Ousmane Dembelé oder Khvicha Kvaratskhelia, die zum Spieler des Spiels gekürt wurden. Es war Pacho.

Und dennoch ist Pacho hierzulande lediglich Fußball-Insidern ein Begriff. Der Innenverteidiger, der am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und Magenta.TV) mit "La Tri" die deutsche WM-Tormaschine stoppen will, ist kein Mann großer Worte. Er macht keine Show und kein Spektakel. Pacho überzeugt auf andere Weise: mit Disziplin und Ruhe, mit Schnelligkeit im Zweikampf und kompromissloser Zuverlässigkeit.

Durchbruch trotz Widerständen

Das war schon bei der Eintracht so, für die er in der Bundesliga-Saison 2023/24 auflief und seinen Marktwert in dieser Zeit vervielfachte. Frankfurts damaliger Trainer Dino Toppmöller schwärmte seinerzeit schon vom "Weltklasse-Potenzial" des Südamerikaners.

Pachos Profikarriere ist das Ergebnis enormer Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit. Schon mit 13 Jahren verließ er sein Elternhaus, um sich der Fußballschule von Independiente del Valle, einer der besten südamerikanischen Fußballakademien, anzuschließen. Selbst vom Tod seiner Mutter, die tragischerweise am Tag seines Profidebüts für Independiente del Valle – Pacho war gerade 18 Jahre alt – an Brustkrebs verstarb, ließ er sich nicht von seinem Weg abbringen.

Nach einer Station bei Royal Antwerpen in Belgien, seiner ersten in Europa, landete er im Sommer 2023 schließlich in Frankfurt.

Drei Jahre und zwei Königsklassen-Triumphe später mischt Pacho auf der weltgrößten Fußballbühne mit – doch für Ecuador läuft es (noch) nicht nach Wunsch. Zwar steht die Star-Defensive um Pacho, Piero Hincapié vom FC Arsenal und Moisés Caicedo vom FC Chelsea bislang recht stabil, doch im Offensivspiel hapert es gewaltig. Dem schmerzhaften 0:1 zum Auftakt gegen die Elfenbeinküste folgte die Nullnummer gegen Curacao.

Unruhe in Ecuador

Gegen Deutschland droht nun das Vorrundenaus – was in der Heimat für laute Kritik vor allem am argentinischen Trainer Sebastian Beccacece sorgt. "Hör auf, heiße Luft zu verkaufen, und tritt bei La Tri zurück!", schrieb etwa Ex-Nationalspieler Jefferson Montero zuletzt bei X: "Hab ein bisschen Würde, du hast unserem Fußball mit einer Generation, die die beste der Geschichte sein sollte, großen Schaden zugefügt."

Diesen Schaden wollen Pacho und Co. nun in Grenzen halten.

DFB-Gegner im Check

Curaçao in der Analyse | Elfenbeinküste | Ecuador

Deutschland wurde in Gruppe E gelost
Deutschland wurde in Gruppe E gelostČTK / imago sportfotodienst / Alberto Gardin