"Alle wie auf dem fliegenden Teppich": Endlich auch in Deutschland WM-Euphorie!

Deutschland stimmt nach dem erfolgreichen Auftakt in die WM-Euphorie ein.
Deutschland stimmt nach dem erfolgreichen Auftakt in die WM-Euphorie ein.IMAGN IMAGES via Reuters/Kevin Sousa

Julian Nagelsmann fühlt die Rückendeckung der deutschen Fans buchstäblich auf seiner Haut. Hinten auf seinem schwarzen T-Shirt, das der Bundestrainer auf dem Weg in die K.o.-Runde der WM trug, stehen die Namen ausgewählter Fans - es ist längst eine Art Symbol des neuen Wir-Gefühls. Nagelsmann und sein Team um Super-Joker Deniz Undav spüren die von ihnen entfachte Euphorie - und lassen sich gerne von der Begeisterung tragen.

"Wir sind alle wie auf einem fliegenden Teppich", schwärmte TV-Experte Jürgen Klopp. Nagelsmann hat nicht nur wegen seines besonderen Kleidungsstücks das Gefühl, dass der Anhang in der Heimat und vor Ort ihm und seiner Auswahl "sinnbildlich den Rücken" stärke. Mit dem Shirt wolle er den Fans "das Feeling" geben, "nah am Spiel mit dran zu sein. Ich trage es mit Stolz", sagte er.

Und "Schland" ist nach zwei historisch schlechten Weltmeisterschaften wieder stolz auf "seine" Nationalmannschaft. Ihr Teamgeist, ihre Widerstandskraft (Stichwort "deutsche Tugenden"), ihr Kultstürmer "Uns" Undav - diese Auswahl macht Spaß! DFB-Präsident Bernd Neuendorf schwärmte vom "großen Zusammenhalt", der auch ohne den verletzten Nico Schlotterbeck weit tragen könne.

Nagelsmann schwärmt von "brutaler Energie"

"Deshalb glauben wir", betonte der Verbandsboss, "dass der Weg noch eine ganze Strecke weit führen kann." Das glauben inzwischen auch viele Fans. Sie studieren den Turnierbaum und rechnen den Weg über zweimal Foxborough, Philadelphia und Arlington bis zum Traumziel Finale in East Rutherford durch. Sie fahren mit einem schwarz-rot-goldenen Golf zum Quartier nach Winston-Salem. Sie schlendern zu Tausenden beim Fanmarsch mit einer riesigen Brezel als "Nationalsymbol" durch Toronto - ein Gute-Laune-Lindwurm als wunderbarer Botschafter eines freundlichen Deutschlands.

"Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so krass sein wird", meinte Fanliebling Undav. Die Begeisterung, auch zuhause, könne "uns Spielern die Extraprozente geben", betonte er: "Jetzt müssen wir weiter Leistung bringen, damit die Euphorie anhält."

Das hofft auch Nagelsmann. Die Unterstützung sei "sensationell", schwärmte er, "wir wissen, was es heißt, hier ein Ticket zu kaufen und aus Deutschland anzureisen. Die Synergie, die daraus entstehen kann, ist super wichtig. Das gibt eine brutale Power und Energie."

Und die wird noch stärker. Das DFB-Kontingent für das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador am Donnerstag (22.00 Uhr MESZ/ARD, MagentaTV und Flashscore-Audioreportage) ist vergriffen, alle 4800 Tickets sind verkauft. Fürs Sechzehntelfinale gingen frühzeitig 2500 Karten weg, dazu kommen jeweils Tickets aus dem Verkauf der FIFA.

Auch in der Heimat ist die wachsende Begeisterung zu spüren. 23,43 Millionen Fans sahen den Auftaktsieg gegen Curacao in der ARD (Marktanteil 70,2), 18,26 Millionen (72,1 Prozent) den Erfolg gegen die Elfenbeinküste im ZDF. Bars und Kneipen sind rappelvoll. Auf Zeche Ewald in Herten bejubelten bis zu 8000 Anhänger beim größten dauerhaft stattfindenden Public-Viewing die Siege. Organisator Frank Südfeld sprach von "bombastischer" Stimmung. Die späten Anstoßzeiten kämen dem Veranstalter aufgrund der Hitze "sogar entgegen".

Kimmich wünscht sich "positiven Patriotismus"

Die Spieler, sagte Joshua Kimmich, haben längst begriffen, dass sie eine "Riesenchance" haben, "in Deutschland für Begeisterung und Freude zu sorgen". Der Kapitän spürt die Unzufriedenheit in der Heimat, die politische und gesellschaftliche Unruhe. "Der Sport kann hier eine große Chance sein", betonte er.

Kimmich wünscht sich einen "positiven Patriotismus und gesellschaftlichen Zusammenhalt" - und zieht schon einen Vergleich zum Sommermärchen: "Vielleicht können wir einen ähnlichen Anstoß geben, wie es 2006 der Fall war."

Parallelen gibt es durchaus. Auch damals traute kaum jemand der DFB-Elf etwas zu. Doch nach einem begeisternden Start (4:2 gegen Costa Rica), einem späten Sieg mit Knalleffekt im zweiten Spiel (1:0 gegen Polen) und dem Gruppenfinale gegen Ecuador flog das Team - übrigens begleitet von "TV-Bundestrainer" Klopp - durchs Turnier. Mit der richtigen Rückendeckung ist vieles möglich.

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Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko. 

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