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Madrid, Griechenland, Katar und jetzt die Serie B? Die Odyssee von James Rodriguez

James Rodriguez im Trikot der kolumbianischen Nationalmannschaft
James Rodriguez im Trikot der kolumbianischen NationalmannschaftHAKAN AKGUN / ANADOLU VIA AFP

Die Karriere von James Rodríguez lässt sich mit einem Satz zusammenfassen: Sie ist ein ständiges Auf und Ab. Vom einstigen Ausnahmetalent, das das Santiago Bernabéu mit feiner Technik, Präzision und einem herausragenden Schuss verzauberte, sind heute vor allem genau diese Momente geblieben. Tempo, Konstanz und Durchsetzungsvermögen hingegen gingen über die Jahre Stück für Stück verloren.

Spätestens seit seiner Rückkehr zu Real Madrid nach der zweijährigen Leihe beim FC Bayern (2017–2019) geriet die Vereinskarriere des Kolumbianers ins Stocken. In seiner zweiten Etappe bei den „Königlichen“ reichte es nur noch für 14 Einsätze, ein Tor und eine Vorlage – immerhin durfte er sich am Ende der Saison Spanischer Meister und Supercopa-Sieger nennen.

Es folgte der Schritt zum Everton FC. Unter Carlo Ancelotti, einem seiner wichtigsten Förderer, fand James zumindest zeitweise zu seinem Rhythmus zurück: 26 Pflichtspiele, sechs Treffer und neun Assists – eine durchaus solide Ausbeute in einem Kader, der eher im grauen Mittelmaß der Premier League rangierte als um die Europapokalplätze mitzuspielen.

Aus der Premier League nach Katar

Als Ancelotti nach Madrid zurückkehrte und Rafa Benítez den Trainerposten beim Everton FC übernahm, geriet James aufs Abstellgleis. Die alten Differenzen aus gemeinsamen Real-Zeiten holten ihn wieder ein. Nachdem im Sommer-Transferfenster die erhofften Top-Angebote ausblieben, entschied er sich schließlich für den Wechsel nach Katar (16 Spiele, fünf Tore, sieben Vorlagen).

Anschließend wagte Olympiakos Piräus das Experiment. Die Bilanz in Griechenland fiel mit 23 Einsätzen, fünf Toren und sechs Vorlagen jedoch durchwachsen aus. Auch das folgende Engagement beim FC São Paulo in Brasilien brachte nicht die erhoffte Wende.

Ausgerechnet in dieser schwierigen Phase blühte James bei der Copa América 2024 auf: Er führte Kolumbien bis ins Finale, wurde zum Spieler des Turniers gewählt und verdiente sich so die Rückkehr nach Spanien zu Rayo Vallecano.

Doch in Vallecas wiederholte sich das gewohnte Muster. James passte nicht ins taktische System des Trainers und zog weiter zum Club León nach Mexiko. Nach einem vielversprechenden Start verlängerte er seinen Vertrag bei "La Fiera" nach knapp einem Jahr nicht. Ein kurzes Intermezzo bei Minnesota United folgte, wo er mit lediglich acht Einsätzen und zwei Vorlagen blass blieb.

Nun zeichnet sich die nächste Station ab: ein Angebot aus der italienischen Serie B. Wenn eine Fußballerkarriere einer Achterbahnfahrt gleicht, dann die von James Rodríguez. Sein ungeheures Talent zu leugnen, wäre unfair – Schusstechnik und Ballbehandlung suchen nach wie vor ihresgleichen. Seine Vereinsentscheidungen hingegen ließen in den letzten Jahren schlicht zu wünschen übrig.