"Die Bayern sind einfach extrem gut", warnte Vincent Wagner im kicker: "Wir haben eine Chance wie ein Schneeball in der Wüste. Das Schöne ist: Auch in der Wüste hat's schon mal geschneit." Ob der Cheftrainer in seinem bislang größten Spiel der Karriere dabei sein kann, entscheidet sich erst kurzfristig. Die Saarländer kämpfen nach dem überaus umstrittenen Platzverweis für ihren Coach, legten noch ein zweites Mal Einspruch gegen die automatische Sperre von einem Spiel ein.
Nach dem in erster Instanz ergangenen "Einzelrichter-Urteil" wird der Fall nun am Freitag (12.30 Uhr) auf dem DFB-Campus im Frankfurt/Main mündlich verhandelt. Die obligatorische Spieltags-Pressekonferenz wird nahezu zeitgleich von Co-Trainer Pascal Bieler im Elversberger Baucontainer abgehalten. Dieser wird auch am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) gemeinsam mit Ex-Bundesligaprofi Mike Frantz die Verantwortung übernehmen, sollte Wagner tatsächlich auf die Tribüne müssen.
Wagner über Mars-Vergleich: Bayern "ein eigener Planet"
Dann dürfte er von 30 Minuten vor bis 30 Minuten nach dem Spiel keinen Kontakt zur Mannschaft und seinen Assistenten haben. "Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass wir das ohne mich nicht geregelt kriegen", betonte Wagner: "Nur wenn es immer ohne mich funktioniert, muss ich mir Gedanken machen." Die Laune im Saarland ist bestens nach dem ungeahnten Traumstart mit sechs Punkten aus zwei Spielen, der aufmüpfige Aufsteiger mischt Deutschlands Fußball-Elite auf.
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"Die Erdumlaufbahn haben wir verlassen, sind dabei nicht in die Luft geflogen", sagte der Trainer mit breitem Grinsen bei DAZN: "Der Weg zum Mars ist aber noch sehr weit." Als Reise zum Mars hatte er die Mission Klassenerhalt zuletzt bezeichnet. Mit den Bayern warte nun nochmal "ein eigener Planet" auf sein Team. Allein Superstar Michael Olise hat mit 170 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) einen dreimal so hohen Marktwert wie der gesamte Kader der "Elv".
"Er ist ein Weltspieler", sagte Olises vermeintlicher Gegenspieler Lasse Günther der Saarbrücker Zeitung: "Sich mal gegen so jemanden messen zu können, ist schon was Besonderes." Ob Olise, Harry Kane oder Joshua Kimmich - zurückschrecken vor großen Namen wollen die Saarländer keinesfalls. "Da haust du rein", betonte Kapitän Lukas Pinckert: "Und wenn der verletzt ausgewechselt wird, dann ist es so. Gegenspieler bleibt Gegenspieler."
Die individuellen Fehler vom spektakulären 4:3 bei Borussia Mönchengladbach müsse das Team aber abstellen. "Wahrscheinlich kriegst du gegen Bayern sieben, acht Stück, wenn du solche Schnitzer drin hast", sagte Innenverteidiger Maximilian Rohr. "Und", ergänzte sein Trainer, "ich befürchte, wir werden keine acht gegen sie schießen. Da bin ich mir sogar sehr sicher."
