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Neuer Schwung in der Wohlfühloase? Fan-Liebling Füllkrug zurück an der Weser

Niclas Füllkrug kurz vor seinem Medizincheck in Bremen
Niclas Füllkrug kurz vor seinem Medizincheck in BremenKAI MOORSCHLATT / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Schon vor der Ankunft ihres ersehnten Heilsbringers waren sie in Bremen ganz aufgeregt. Ob "Transfer-Hammer" (DeichStube), "Überraschungstransfer des Sommers" (Bild) oder "Sensations-Rückkehr" (Sky): Als Niclas Füllkrug am Dienstagvormittag mit seinem weißen BMW dann tatsächlich am Osterdeich vorfuhr, schwelgten sie im Kosmos von Werder Bremen endgültig in Superlativen.

Vorbehaltlich des erfolgreichen Medizinchecks soll der frühere Nationalspieler und Bremer Fan-Liebling als Soforthilfe die grün-weiße Offensivflaute beheben. Füllkrug wechselt dem Vernehmen nach auf Leihbasis für eine Saison vom englischen Premier-League-Absteiger West Ham United an die Weser. Für den Werder-Deal verzichtet der Angreifer wohl auf einen Teil seines Gehalts. Füllkrug dürfte die letzte Aktivität des Bremer Transfer-Sommers sein, erst am Montag hatten die Norddeutschen Offensivkraft Eren Dinkci vom SC Freiburg verpflichtet.

Füllkrug - allein der Name lässt die Herzen der Werder-Fans höher schlagen. Erinnerungen werden wach an glorreiche Tage. Der inzwischen 33 Jahre alte Torjäger hatte seine Profikarriere vor 14 Jahren in Bremen begonnen und stürmte von 2019 bis 2023 erneut für den Klub. 19 Mal traf der Angreifer in der Zweitliga-Saison 2021/22 und trug seinerzeit maßgeblich zur Bundesliga-Rückkehr bei. Im Oberhaus avancierte Füllkrug mit 16 Treffern dann gar zum Torschützenkönig, wurde Nationalspieler und wechselte zu Borussia Dortmund, von wo aus es ihn ein Jahr danach für 27 Millionen Euro nach England verschlug.

Füllkrug will letzte DFB-Chance ergreifen

Dort konnte sich Füllkrug, den Verletzungen in der Vergangenheit immer wieder aus dem Rhythmus brachten, allerdings nicht durchsetzen. Im Januar 2026 wechselte er auf Leihbasis zur AC Mailand, um mehr Spielpraxis zu erhalten und sich für die WM in den USA, Mexiko und Kanada zu empfehlen. Doch auch in Mailand kam er nicht in Schwung, in 20 Spielen gelang ihm lediglich ein Treffer. Füllkrug verpasste die WM und landete bei West Ham auf dem Abstellgleis.

In Bremen, wo alles ein bisschen kleiner, alles ein bisschen familiärer und alles ein bisschen vertrauter ist, will "Fülle" seiner Karriere nun neuen Schwung verleihen - und vielleicht sogar den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp daran erinnern, dass es ihn noch gibt. Der 24-malige Nationalspieler soll mit seiner Präsenz und seinen Toren dafür sorgen, dass Werder bundesweit an Strahlkraft gewinnt und vor allem nicht schon wieder in Abstiegsnöte gerät.

"Es ist kein Geheimnis, dass wir noch einen weiteren Stürmer verpflichten wollen, wo wir vielleicht dann auch nachgewiesene Qualität dazubekommen", hatte Werders Trainer Daniel Thioune nach der verpatzten Pflichtspiel-Generalprobe am Wochenende gegen den französischen Erstligisten AJ Auxerre (0:1) gesagt. Seinem Team fehle "im letzten Drittel dann einfach noch mal diese Abschlussqualität".

Eine Qualität, die Füllkrug zweifelsfrei mitbringt. Und die er jetzt in der Bundesliga endlich wieder regelmäßig unter Beweis stellen will.