Drama pur - Austria Wien ist erstmals Meister der ADMIRAL Frauen Bundesliga

Die Meisterinnen der Wiener Austria
Die Meisterinnen der Wiener AustriaThomas Pichler / APA-Images / APA-Images via AFP / Profimedia

Die FK Austria Wien Frauen sicherten sich den Meistertitel in der ADMIRAL Frauen Bundesliga 2025/26 – und zwar auf dramatische Weise, wie sie selbst Drehbuchautoren kaum besser hätten schreiben können.

Die Wiener Austria hat sich in einem der dramatischsten Saisonfinals der österreichischen Frauenfußball-Geschichte erstmals den Meistertitel in der ADMIRAL Frauen Bundesliga gesichert. Mit einem 1:1 gegen den langjährigen Serienmeister SKN St. Pölten beendeten die Wienerinnen die zehnjährige Titelserie der Niederösterreicherinnen und krönten eine historische Saison mit dem Double aus Meisterschaft und Cup.

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Vor 2.346 Fans in der Generali Arena entwickelte sich eine intensive und lange Zeit ausgeglichene Partie. Die Austria hatte in der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel und kam durch Chancen von Tatjana Weiss und Katharina Schiechtl zu ersten Möglichkeiten. Zur Pause stand es jedoch 0:0 – ein Ergebnis, das den Veilchen bereits zum Titel gereicht hätte.

Irre Schlussphase

Auch nach dem Seitenwechsel neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Während die Austria auf Sicherheit bedacht war, erhöhte St. Pölten in der Schlussphase zunehmend den Druck. In der fünften Minute der Nachspielzeit schien die Entscheidung gefallen zu sein: Nach einem Foul von Schiechtl im Strafraum zeigte die Schiedsrichterin auf den Elfmeterpunkt, die Austria-Verteidigerin sah zudem Gelb-Rot. Leila Peneau verwandelte den Strafstoß zum 1:0 für St. Pölten, und der elfte Meistertitel in Serie schien nur noch Sekunden entfernt.

 

 

Doch die Wienerinnen stemmten sich ein letztes Mal gegen die drohende Niederlage. Mit der letzten Aktion des Spiels kam Torfrau Jasmin Pal bei einem Freistoß mit nach vorne. „Ich dachte einfach, ich muss nach vorne gehen und den Ball irgendwie im Spiel halten“, schilderte sie später. Genau das gelang ihr. Pal verhinderte das Aus des Balles an der Grundlinie und ermöglichte damit eine weitere Hereingabe. Im Strafraum reagierte Kapitänin Carina Wenninger am schnellsten und traf in der zehnten Minute der Nachspielzeit zum 1:1.

Violettes Jubelmeer

Was danach folgte, war grenzenloser Jubel. „Unfassbar. In diesem Ausmaß habe ich so etwas noch nicht erlebt“, sagte Wenninger. „Die letzten drei Minuten waren sowieso unglaublich, das kann man gar nicht in Worte fassen.“ Mit ihrem Treffer schrieb die ehemalige Nationalteamspielerin Vereinsgeschichte und sicherte der Austria den ersten Meistertitel überhaupt.

Auch Trainer Stefan Kenesei rang nach dem Schlusspfiff um Worte. „Man sollte sich überlegen, dieses furiose Finale zu verfilmen. Das war ein Highlight, unglaublich, Drama pur“, meinte der Meistercoach. Besonders imponierte ihm die Mentalität seiner Mannschaft: „Wir haben uns auch nach dem Elfmeter in der 95. Minute nicht aufgegeben. Das hat uns die ganze Saison ausgezeichnet.“

 

 

Während aufseiten der Austria die Feierlichkeiten begannen, herrschte beim SKN St. Pölten Fassungslosigkeit. Trainer Laurent Fassotte sprach von „einem der dramatischsten Spiele“, die er je erlebt habe. Kapitänin Jennifer Klein beschrieb die Gefühlslage nach dem späten Ausgleich treffend: „Du bist im Himmel und auf einmal bricht alles wieder zusammen.“ Dennoch zeigte sie sich stolz auf ihre Mannschaft, die sich trotz zahlreicher Rückschläge während der Saison bis zum letzten Spieltag im Titelrennen gehalten hatte.

Für die Austria ist der Titelgewinn ein Meilenstein. Nach zehn Meisterschaften in Folge für St. Pölten gelang es erstmals wieder einem anderen Verein, die Bundesliga zu gewinnen. Dass dies mit einem Treffer in der letzten Aktion der Saison gelang, macht den Erfolg umso außergewöhnlicher. Oder wie Wenninger es formulierte: „Die zwei Titel heuer sind überragend.“ Damit endete eine historische Saison für die Veilchen auf die spektakulärste Art und Weise.