"Weiß, was er will": Strobl in Wolfsburg vorgestellt – Keine Vergleiche mit Klopp

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Strobl bei seiner Vorstellung in Wolfsburg
Strobl bei seiner Vorstellung in WolfsburgČTK / DPA / Moritz Frankenberg

Jürgen Klopp? Oder doch eher Julian Nagelsmann? Die Vergleiche mit den beiden Erfolgscoaches, die in der Branche kursieren, wischte Tobias Strobl gleich weg. Der erste Impuls, wenn er so etwas höre, sei schon, "boah, geil. Das heißt ja, irgendwann hast du mal was richtig gemacht", räumte der neue Trainer des Bundesliga-Absteigers VfL Wolfsburg ein: "Der zweite Impuls ist, und das ist die Realität: Nein."

Von den prominenten Trainerpersönlichkeiten, die einst ebenfalls in einem vergleichsweise jungen Alter einen Profiklub in den oberen Ligen übernommen hatten, sei er noch "meilenweit" entfernt, betonte Strobl bei seiner offiziellen Vorstellung am Donnerstag: "Ich will meine beste Version sein." Das wird der 38-Jährige wohl auch sein müssen, denn beim Neustart der tief gefallenen Wölfe in der 2. Bundesliga wartet einiges an Arbeit auf ihn.

Die Niedersachsen müssen sich nach einer Saison, die mit Europapokal-Träumen begonnen hatte und in der Relegation gegen den SC Paderborn endete, nach 29 Jahren Erstligazugehörigkeit im Unterhaus neu sortieren. Für Strobl, der vom Drittligisten SC Verl als weitgehend unbeschriebenes Blatt kommt, gilt es den drohenden Umbruch im Kader zu moderieren und den VfL wieder in die Spur zu führen.

Strobl genießt Vertrauen von Hecking

Das Vertrauen seines Vorgängers ist ihm zum Start seiner kniffligen Mission sicher. "Er weiß, wovon er spricht und was er will - das ist genau das, was wir jetzt brauchen", erklärte Dieter Hecking, der nach dem Abstieg von der Trainerbank als Sport-Geschäftsführer in die Führungsetage beordert worden war.

Mit der Ernennung von Strobl als neuem Chefcoach hatten Hecking und Co. durchaus überrascht. Dass im Vorfeld viel über sein Alter sowie seine mangelnde Zweitligaerfahrung gesprochen worden war, stört Strobl selbst wenig. Im Alltag oder beim Sport, scherzte er, fühle er sich mit fast 40 "nicht mehr so jung".

Wolfsburg vor Neustart

Ohnehin gehe es vielmehr um Erfahrung, erklärte der gebürtige Ingolstädter, der bei Wolfsburg einen Zweijahresvertrag besitzt. Diese habe er zwar nicht in der zweiten Liga, "aber trotzdem habe ich 13 Jahre mit Gruppen, Mannschaften und Menschen zusammengearbeitet".

Wie genau sein Team in Wolfsburg aussehen wird, bleibt abzuwarten. In Patrick Wimmer, den es zur TSG Hoffenheim zog, hat ein Schlüsselspieler den Verein bereits verlassen. Weitere dürften folgen. Fraser Hornby und Elvis Rexhbecaj stoßen derweil dazu, laut Medienberichten könnte HSV-Stürmer Robert Glatzel demnächst folgen.

All das wollten die Verantwortlichen am Dienstag nicht kommentieren. Unabhängig vom Kader wird die Herausforderung groß, dessen sind sich alle in Wolfsburg bewusst. "Die Liga ist nicht einfach", mahnte Sportdirektor Pirmin Schwegler, es würden einige "Stolpersteine" auf Wolfsburg warten.

Wolfsburg Favorit auf den Wiederaufstieg

In folgt Strobl beim Neustart der Wölfe in der 2. Bundesliga auf Dieter Hecking, der zum Geschäftsführer Sport befördert worden war. Das Wissen seines Vorgängers will Strobl dabei künftig nutzen. "Ich sehe das als riesige Chance, so einen Mann an meiner Seite zu haben", sagte Strobl, der zuvor beim Drittligisten SC Verl tätig gewesen war.

Hecking zeigte sich derweil überzeugt von seinem Nachfolger. "Er weiß, wovon er spricht und was er will - das ist genau das, was wir jetzt brauchen", erklärte der 61-Jährige. Mit Blick auf die kommende Saison betonte Hecking, dass man am Ende erfolgreich sein wolle: "Wir wissen, dass wir der Favorit sind", doch ihm gehe es vor allem darum, "dass wir uns erst einmal auf den Weg machen müssen". Auch Sportdirektor Pirmin Schwegler mahnte: "Die Liga ist nicht einfach", es würden einige "Stolpersteine" auf Wolfsburg warten.