Die Geschichte dieses Titelgewinns erinnert an das dänische EM-Märchen von 1992: Kamerun hatte die reguläre Qualifikation verpasst und rückte erst durch die Aufstockung des Teilnehmerfeldes sowie die FIFA-Platzierung ins Turnier nach. Dort entwickelte das Team von Valentine Nguele und Dimitri Lipoff eine beeindruckende Dynamik. Nach Coups im Viertel- und Halbfinale gegen die Topfavoriten Nigeria und Gastgeber Marokko vollendeten sie ihren Lauf im Endspiel gegen den Turnier-Debütanten Malawi.
Zum Match-Center: Kamerun vs. Malawi
Kamerun übernahm sofort die Initiative und erarbeitete sich früh die ersten Gelegenheiten. Nach einer kurzen Druckphase Malawis, in der sich die Schwestern Temwa und Tabitha Chawinga mehrfach gefährlich durchsetzten, schlug Kamerun entgegen dem Spielverlauf eiskalt zu: Eine Flanke von Naomi Eto köpfte Grace Mendoua an die Latte; den Abpraller drückte Marie Ngah Manga aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie.

Wenig später erhöhte Naomi Eto nach einer geklärten Ecke mit einer spektakulären Drehung und einem sehenswerten Distanzschuss auf 2:0. Malawi fand defensiv kein Mittel mehr gegen die Wucht der Löwinnen. Kurz vor dem Pausenpfiff machte Ngah Manga ihren Doppelpack perfekt, als sie nach uneigennütziger Vorarbeit von Eto mühelos per Kopf zum 3:0-Halbzeitstand vollendete.
Verwalteter Vorsprung und Auszeichnungen
In Durchgang zwei kontrollierte Kamerun das Geschehen weitgehend. Trotz hochkarätiger Chancen – darunter ein verfehlter Schuss von Ngah Manga auf das leere Tor sowie Konterchancen der Chawinga-Schwestern auf der Gegenseite – fielen keine weiteren Treffer. Ein Abseitstor der kamerunischen Legende Gabrielle Onguene in der Nachspielzeit änderte nichts mehr am hochverdienten Endstand.
Auch bei den individuellen Auszeichnungen dominierte der neue Champion:
Beste Spielerin: Monique Ngock (Kamerun)
Beste Torhüterin: Michaely Bihina (Kamerun), die vor allem im Halbfinal-Elfmeterschießen gegen Marokko überragt hatte
Torschützenkönigin: Temwa Chawinga (Malawi) mit 5 Toren und 2 Vorlagen
Fair-Play-Preis: Algerien
