Der SK Rapid hat gegen den GAK einen historischen Abend erlebt. Die Hütteldorfer fertigten die Grazer mit 8:0 ab und reihten sich damit in die Liste der höchsten Siege seit Gründung der Bundesliga 1974 ein.
Überragender Mann war Tonni Adamsen mit vier Treffern. Ercan Kara steuerte einen Doppelpack bei. Für Rapid war es nicht nur aufgrund des Ergebnisses ein besonderer Auftritt. Trainer Johannes Hoff Thorup zeigte sich vor allem davon angetan, wie geschlossen seine Mannschaft agierte.
„Es war guter Fußball von uns, mit vielen guten Momenten und viel hoher Qualität“, sagte der Däne. Entscheidend sei für ihn aber der Zusammenhalt gewesen. Seine Spieler hätten Fehler füreinander ausgebügelt und die notwendigen Laufwege gemacht.
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Dann wurde Hoff Thorup beinahe sentimental: „Es ist wahrscheinlich das erste Mal in meiner Karriere als Trainer, dass es tatsächlich einen Moment gab, in dem ich mich einfach zurücklehnen und meine Fußballmannschaft genießen konnte.“
Adamsen überragt – Kara fordert Bestätigung
Adamsen hatte daran mit seinem Viererpack entscheidenden Anteil. Der Angreifer hob dennoch das Kollektiv hervor. „Wir haben von Beginn weg sehr dominant gespielt und sehr gut kombiniert“, sagte er. Besonders gefiel ihm, dass nicht nur die Routiniers Verantwortung übernahmen: „Auch die jungen Spieler übernehmen Verantwortung, genau das brauchen wir.“
Ähnlich euphorisch fiel die Bilanz von Kara aus. „So hoch zu gewinnen, fühlt sich richtig geil an“, sagte der zweifache Torschütze und legte die Messlatte für die kommenden Wochen gleich höher: „So müssen wir jede Woche auftreten. Vor allem zuhause, weil wir sind Rapid.“
Dass ein derartiger Kantersieg selbst für die Hütteldorfer außergewöhnlich ist, zeigt der Blick in die Statistik. Nur viermal zuvor endete eine Bundesliga-Partie mit einem noch höheren Sieg. Rapid selbst hält sogar die beiden Rekorde – und ausgerechnet der GAK war jeweils der Gegner. 1977 siegten die Wiener 11:1, 1985 sogar mit 10:0 in Graz. Das aktuelle 8:0 ist damit bereits der dritte historische Rapid-Kantersieg gegen die Steirer.
Feldhofer erlebt „schlimmsten Moment“
Während in Hütteldorf gefeiert wurde, herrschte beim GAK Fassungslosigkeit. Trainer Ferdinand Feldhofer fand nach dem Debakel deutliche Worte: „Es war grottenschlecht. Wir sind von Anfang an unter die Räder gekommen.“ Der ehemalige Rapid-Trainer entschuldigte sich bei den Anhängern der Grazer und bezeichnete die Niederlage als „sportlich gesehen den schlimmsten Moment als Spieler und Trainer“.
Auch Torhüter Cican Stankovic wollte nichts beschönigen. „Wir waren von Anpfiff weg unterlegen. Ich ärgere mich richtig über die Niederlage, es tut sehr weh.“
Noch härter urteilte Sky-Experte und Rapid-Legende Hans Krankl. Während er den Auftritt der Grün-Weißen von der ersten Minute an lobte, fiel sein Urteil über die Gäste vernichtend aus: „Was der GAK da heute ablieferte, das ist skandalös.“
Für Rapid bleibt hingegen ein Abend, der einen festen Platz in den Bundesliga-Geschichtsbüchern bekommt. Und einer, an dem Hoff Thorup für einen seltenen Moment nichts korrigieren musste – sondern einfach nur zuschauen konnte.
