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Bronze mit dem "besten Freund": Hemmer feiert emotional – "Kirsche auf der Torte"

Katharina Hemmer feierte ihre Bronzemedaille bei der Dressur-WM in Aachen.
Katharina Hemmer feierte ihre Bronzemedaille bei der Dressur-WM in Aachen.ČTK / imago sportfotodienst / Stefan Lafrentz

Als ihr Trainer zusammen mit der ewigen Isabell Werth vor 20 Jahren für unvergessliche Reitsportmomente sorgte, da tollte Katharina Hemmer noch mit dem Steckenpferd herum. "Zu der Zeit haben wir noch viel Pferdchen gespielt und das am nächsten Tag am Reitstall alles irgendwie nachgeritten", erzählte Hemmer kürzlich noch lachend im Gespräch mit dem SID, ihre Euphorie über die denkwürdige WM 2006 in Aachen lebte sie spielerisch aus: "Was heute Hobby Horsing ist, haben wir damals schon gemacht."

Dass zwei Jahrzehnte, nachdem Werth und ihr Coach Hubertus Schmidt Deutschland zu Gold führten, plötzlich ihre Stunde schlägt, dass sie im Pferdesport-Mekka Aachen zum Publikumsliebling, zu "Katharina Hammer" aufsteigt - all das hätte sie niemals gedacht. Im Grand Prix Spezial stieß sie am Freitag als Schlussreiterin mit ihrem "besten Freund" Denoix ausgerechnet Ikone Werth noch vom Podium und sicherte sich völlig überraschend, aber hochverdient Bronze.

Nach der Goldmedaille mit dem Team beim WM-Debüt sei ihre Devise gewesen: "Alles, was jetzt kommt, ist nur die Kirsche auf der Torte", sagte die bescheidene und meist lässige Reiterin. Doch wie entspannt Hemmer bereits vor ihrem ersten großen Auftritt blieb? Selbst ihren Ausbilder Schmidt beruhigte sie mit unerschütterlichem Selbstbewusstsein. Vor dem Ritt ins Stadion habe sie neben sich sein "schweres Atmen" gehört, erzählte Hemmer lachend. "Warum atmest du so schwer?", habe sie ihn gefragt: "Alles läuft nach Plan, mach dir keine Sorgen."

Hemmer: Denoix "bedeutet mir alles"

Ein weiteres Erfolgsgeheimnis scheint Hemmers Fähigkeit als Pferdeflüsterin zu sein - im wahrsten Sinne des Wortes. Um ihren 14-jährigen Oldenburger Hengst zu beruhigen, quatscht Hemmer ganz viel mit dem Vierbeiner. "Ich erzähle ihm irgendwas, ganz leise. Etwa 'nochmal links losmachen', oder ich sage vorher nochmal: 'Brav, ganz ruhig bleiben, ich bin bei dir.'", erzählte Hemmer nach dem Grand Prix: "Da reagiert er schon drauf."

Kein Wunder, dass ihre Kommunikation als Erfolgsrezept auch beim Bronze-Ritt von Aachen zum Einsatz kam. "Ich denke", gestand Hemmer allerdings, "ich rede mehr mit mir selber, um fokussiert zu bleiben." Die Liebe zu ihrem Denoix scheint ohnehin nicht mit Worten beschreibbar. Er sei "ein ganz, ganz besonderes Pferd für mich", versuchte es Hemmer dennoch: "Er bedeutet mir alles und ich bin sehr glücklich, dass er es für mich heute so toll gemacht hat", sagte sie - ehe die meist so coole Reiterin in Tränen ausbrach.