Die Partie bot alles, was ein Play-off-Finale ausmacht: hohe Intensität, harte Defense, emotionale Runs und ein dramatisches Schlussviertel. Oberwart präsentierte sich vor allem defensiv enorm stabil und knüpfte damit an jene Qualitäten an, mit denen die Gunners bereits in den vergangenen beiden Jahren Meister geworden waren.
Besonders wichtig war dabei die Kontrolle über Kapfenbergs Schlüsselspieler. Liga-MVP Andrew Jones und Distanzschütze Quinton Green fanden über weite Strecken kaum Rhythmus. Green geriet zusätzlich früh in Foulprobleme, wodurch die Bulls-Offensive ins Stocken kam.
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Aufseiten Oberwarts überragte dagegen Ian Martinez. Der Costa Ricaner dominierte offensiv mit 27 Punkten und zehn Rebounds und war von Kapfenberg phasenweise kaum zu stoppen. Besonders auffällig: Martinez verwandelte sämtliche elf Freiwürfe sicher und brachte konstant Energie ins Spiel der Gäste.
Die erste Halbzeit verlief noch ausgeglichen, ehe Oberwart nach der Pause die Partie scheinbar entschied. Mit aggressiver Verteidigung, starkem Rebounding und hoher Intensität legten die Gunners einen beeindruckenden Lauf hin und zogen zwischenzeitlich auf 73:50 davon. Vor allem im dritten Viertel hatte Kapfenberg kaum Antworten auf die physische Spielweise der Burgenländer.
Kapfenbergs Aufholjagd blieb unbelohnt
Bulls-Coach Klym Artamonov kritisierte nach der Partie vor allem die Foulverteilung. Während Oberwart 29 Freiwürfe zugesprochen bekam, standen Kapfenberg lediglich elf Versuche zu Buche. Dennoch kämpften sich die Gastgeber im Schlussabschnitt noch einmal eindrucksvoll zurück.
Angeführt von Vitalii Zotov, Nemanja Krstic und Taye Fields starteten die Bulls eine späte Aufholjagd und gewannen das letzte Viertel klar mit 22:4. Der Rückstand schrumpfte noch einmal deutlich, für die komplette Wende reichte die Zeit allerdings nicht mehr.
So brachten die Gunners den Vorsprung letztlich über die Zeit und fügten Kapfenberg die erste Playoff-Niederlage des Jahres 2026 zu. Für Oberwart war es gleichzeitig der perfekte Start in die Mission Titel-Hattrick.
