Vor den Toren der ungarischen Hauptstadt findet der elfte von 22 Saisonläufen statt. Damit steuert die Königsklasse des Motorsports auf die Halbzeit zu. Die Fahrer und Teams wollen sich mit einem positiven Gefühl in die Pause verabschieden, erst einen Monat später kehrt die Formel 1 im niederländischen Zandvoort zurück.
Fährt Kimi Antonelli wieder allen davon?
Mit seinem beeindruckenden Sieg in den belgischen Ardennen sendete der Mercedes-Shootingstar ein klares Signal an seine Rivalen: Macht der eigene Silberpfeil keine Probleme, ist der 19-jährige Antonelli auf dem Weg zum WM-Titel nicht aufzuhalten. Und so geht er auch in Budapest als Topfavorit an den Start. Der italienische Teenager fährt bereits in seiner zweiten Saison wie ein erfahrener Routinier - und bringt damit auch seinen Teamkollegen an den Rande der Verzweiflung.
Was ist mit George Russell los?
Eigentlich war der Engländer als Spitzenkandidat auf die F1-Krone in die Saison gegangen. Doch in Spa-Francorchamps kassierte Russell den nächsten empfindlichen Rückschlag. Das ganze Wochenende kämpfte der 28-Jährige mit seinem Mercedes. Im Rennen schied er schon in Runde eins nach einer Kollision mit Rekordweltmeister Lewis Hamilton aus. Er sei mittlerweile "taub gegenüber der Enttäuschung", sagte der sichtlich geknickte Engländer, der in der WM-Wertung bereits 50 Punkte hinter seinem Teamkollegen liegt - und in Ungarn dringend ein Erfolgserlebnis benötigt.
Wie sieht es um die Konkurrenz?
Ferrari reist mit einer breiten Brust nach Ungarn, der Glaube an den dritten Saisonerfolg ist groß. Charles Leclerc gewann in Großbritannien und belegte zuletzt in Belgien Platz zwei, Hamilton ist mit acht Siegen Rekordgewinner auf dem Hungaroring. Die Charakteristik der Strecke mit ihren vielen verwinkelten Kurven und wenigen Überholmöglichkeiten sollte der Scuderia entgegenkommen. Und auch Max Verstappen will an seinen Podestplatz in Spa anknüpfen, der Red Bull liegt im Leistungsvergleich aber weiter hinter Mercedes und Ferrari.
Gelingt Nico Hülkenberg endlich der Befreiungsschlag?
Zehn Rennen sind vergangen - und der Hülkenberg wartet weiter auf seine ersten Punkte des Jahres. Dass Zähler mit dem Audi möglich sind, zeigte Teamkollege Gabriel Bortoleto, der in Belgien zum zweiten Mal nacheinander in die Punkteränge fuhr. Zumindest die Erfolge des Brasilianers seien "großartig", sagte Hülkenberg: "Hoffentlich können wir in Budapest darauf aufbauen."
Wie sieht es mit der Energie aus?
Die neuen Motoren, die seit dieser Saison fast 50 Prozent der Leistung aus der Batterie beziehen, waren beim Rennen auf der Ardennen-Achterbahn wieder einmal das bestimmende Thema. Mal zu viel, aber oftmals zu wenig Power - die Akkus sorgen bei den Fahrern weiter für Verwirrung. Die gute Nachricht lautet nun, dass die Probleme in Ungarn eine untergeordnete Rolle spielen sollten. Während auf den Highspeedstrecken in Silverstone und Spa der Saft früh ausging, sollten die Piloten auf dem Hungaroring dank der vielen starken Bremszonen leichter Energie zurückgewinnen können.
