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Formel 1-Aufwärmrunde: Vier Kernpunkte für das Rennen in Monza

Pierre Gasly sicherte sich in Monza überraschend die Pole
Pierre Gasly sicherte sich in Monza überraschend die PoleFoto von ANDREJ ISAKOVIC / AFP

Eigentlich schaut in Monza ja alles auf Ferrari, doch Pierre Gasly hat der Scuderia zumindest für eine Nacht die Schlagzeilen gestohlen. Und auch am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) steht der Alpine-Pilot erstmal im Fokus - ganz vorne nämlich. Gaslys erstmaliger Start von der Pole Position ist eine willkommene Abwechslung in der Formel 1, auch dahinter wird aber auf einige Akteure zu achten sein. Ein Ausblick auf den 13. Grand Prix der Saison.

ANDERS

Eigentlich sind sich alle einig: Gaslys Ausflug an die Spitze des Feldes wird nur ein recht kurzer Besuch sein. Der Alpine sei ein "richtig gutes Quali-Auto" für Monza, sagte etwa Mercedes-Teamchef Toto Wolff, für das Rennen sei aber anderes gefordert. Der geringe Luftwiderstand ermöglicht dem Alpine hohes Tempo auf der schnellen Strecke, beansprucht aber die Reifen stärker - und das sollte im Rennen eigentlich zu Problemen führen. Vielleicht lässt aber diese schöne Statistik zumindest an eine kleine Chance für den Franzosen glauben: Diese erste Pole Position holte er ausgerechnet auf der Strecke, auf der er auch seinen einzigen Formel-1-Sieg feierte. Am 6. September 2020, vor ganz genau sechs Jahren also.

ALLEIN

George Russell bekam Hilfe von seinem größten Titelrivalen, von Teamkollege Kimi Antonelli. Der WM-Spitzenreiter gab dem Engländer wie angeordnet Windschatten, es reichte trotzdem nicht ganz für die Pole. Und so fährt Russell nun von Startplatz zwei um sein Comeback im Titelkampf. Er benötigt das bestmögliche Ergebnis, um Antonelli im WM-Klassement möglichst nahe zu kommen. Der Italiener startet aufgrund einer Motorenstrafe von weit hinten. Mercedes ist damit vorne aber auch mit nur einem Piloten vertreten und taktisch anfällig für die Verfolger - und die tragen Rot.

ATTACKE

Zwar reichte es für Charles Leclerc und Lewis Hamilton in der Quali nur zu den Rängen vier und fünf, doch eine Strafe gegen Oscar Piastri (McLaren) spülte sie vor. Direkt hinter Russell stehen sie also am Start, Ferrari will Druck machen und sieht sich gut gerüstet - trotz der Niederlage im Qualifying. "Unsere Renngeschwindigkeit ist ordentlich, das war auch schon in den vergangenen Wochen so", sagte Teamchef Fred Vasseur. Entsprechend legt Ferrari das Augenmerk auch beim Setup eher auf den Sonntag als auf den Samstag. Man müsse "seinen Kampf sorgfältig wählen", sagt Vasseur, und Ferraris Kampf sei das Rennen. Es geht für Ferrari um den nächsten Heimsieg nach Leclercs Erfolg 2024. Hamilton indes jagt seinen ersten Erfolg als Ferrari-Pilot in Monza.

AUFHOLJAGD

Eine Jagd wird es auch ganz hinten geben, Antonelli dürfte keine Probleme haben, schnell einige Positionen gut zu machen. Die langen Geraden werden ihn bald in die Nähe der Top 10 bringen, dort könnte es dann schwieriger werden. Bei idealem Verlauf peilt Antonelli einen Platz unter den Top 5 an, und das wäre bereits einiges an Schadensbegrenzung: Der Fünfte bekommt 10 Punkte, der Sieger 25. Bei 59 WM-Punkten Vorsprung auf Russell und Hamilton kann Antonelli sich ein solches Rennen erlauben. Was er vermeiden sollte: Einen Unfall bei der Fahrt durch das enge Feld. Null Punkte in Monza für Antonelli, damit wäre das Titelrennen wieder deutlich interessanter.