Hamilton top, Russell flop? Fragen und Antworten zum Großen Preis von Katalonien

Am Wochenende steigt in der Formel 1 der Große Preis von Katalonien
Am Wochenende steigt in der Formel 1 der Große Preis von KatalonienJavier Borrego / Zuma Press / Profimedia

Die Formel 1 ist in Europa angekommen, und da bleibt sie jetzt erstmal: Nach dem Rennen in Monaco geht es an diesem Wochenende zum Großen Preis von Katalonien - die beherrschende Frage lautet weiterhin: Kann irgendwann irgendjemand den ziemlich sensationellen Teenager Kimi Antonelli stoppen? Daraus ergeben sich allerdings auch andere Themen im Fahrerlager von Barcelona.

Geht es weiter bergab für George Russell?

Die Stärke Antonellis, des 19-Jährigen, der fünf Rennen in Folge gewann, ist aus anderem Blickwinkel ja: die bemerkenswerte Schwäche seines Teamkollegen. Denn eigentlich ging es für George Russell immer bergauf in seiner Karriere. Als 15-Jähriger sprach er bei Mercedes-Chef Toto Wolff vor, er gewann Nachwuchstitel auf sämtlichen Ebenen, wurde von den Silberpfeilen gefördert und ließ dort später sogar Rekordweltmeister Lewis Hamilton alt aussehen.

Es wirkte stets, als brauche Russell nur ein titelfähiges Auto für den WM-Triumph - nun hat er erstmals eines, und plötzlich ist alles anders. Russell ist nicht einfach nur langsamer als Antonelli, er wartet nun schon seit vier Rennwochenenden auf einen Podestplatz. Aus dem "future world champion" ist ziemlich plötzlich ein Sorgenkind geworden. "Er muss den Kopf frei kriegen", sagt Wolff, und Barcelona wäre ja auch ein schöner Wendepunkt: Russell bestreitet dort sein 100. Rennen im Mercedes.

Wie schnell geht es bergauf für Lewis Hamilton?

Es gibt gerade genau zwei Fahrer bei den Topteams, die wirklich zufrieden wirken mit dieser Saison: Antonelli, klar, aber auch Hamilton. Der 41-Jährige ist in der zweiten Saison bei Ferrari endlich angekommen, wurde in Kanada und Monaco zuletzt zweimal Zweiter hinter dem WM-Spitzenreiter - und ist nun auch in der Gesamtwertung Antonellis erster Verfolger, wenn auch mit 66 Punkten Rückstand.

"Ich kann das gar nicht glauben", sagt Hamilton, denn das Jahr 2025 war ja wirklich eines zum Vergessen. Er habe damals beim Team "gebettelt" um bestimmte Veränderungen am Auto, diese seien nun umgesetzt, "und das trägt jetzt Früchte". Sein erster Sieg in Rot fühle sich sehr nah an, sagt Hamilton. Ferrari wird dazu aber noch einige große Schritte machen müssen.

Und was macht eigentlich Fernando Alonso?

Der Altmeister aus Spanien wird an diesem Wochenende aus verschiedenen Gründen im Blickpunkt stehen. Barcelona ist Jahr für Jahr ein besonderer Anlass, nicht nur, weil es das Heimrennen ist: Hier hat Alonso 2013 zum bislang letzten Mal ein Formel-1-Rennen gewonnen, diese Durststrecke feiert nun also schon 13-Jähriges.

Dass sie endet, ist ausgeschlossen, der Aston Martin ist dermaßen schwach, dass sogar das Erreichen der Top 10 eine große Herausforderung darstellt. Und vor diesem Hintergrund stellt sich vor allem die Frage: Wie lang tut sich Alonso die Formel 1 noch an? Vielleicht will er in der Heimat darüber sprechen.

Warum eigentlich Katalonien?

Bis ins vergangene Jahr hieß das Rennen Großer Preis von Spanien, damit ist nun aber Schluss. Denn dieses Privileg ist in die Hauptstadt Madrid abgewandert, auf einem neuen Stadtkurs steigt dort am 13. September erstmals der Grand Prix von Spanien.