Ab Samstag kämpfen die Spieler in der Qualifikation um die letzten Plätze im Hauptfeld, das am Montag, 26. Oktober, beginnt. Das Finale steigt am Sonntag, 1. November. Gespielt wird auf Hartplatz, neben der Wiener Stadthalle dient erneut die Marx Halle als zweiter Turnierstandort.
Alcaraz kehrt zurück
Die größte Überraschung im Vorfeld gelang Turnierdirektor Herwig Straka mit der Verpflichtung von Carlos Alcaraz. Der siebenfache Grand-Slam-Sieger erhielt kurzfristig eine Wildcard und schlägt erstmals seit 2021 wieder in Wien auf. Damals erreichte der erst 18-jährige Spanier das Halbfinale, in dem er dem späteren Sieger Alexander Zverev unterlag.

Alcaraz reist als Nummer drei der Welt an. Drei Turniersiege stehen 2026 bereits auf seinem Konto, darunter der Triumph bei den Australian Open. Auch in Doha und Tokio war der 23-Jährige erfolgreich. Sein erstes Match in Wien ist für Dienstag, 27. Oktober, angesetzt.
Zverev führt die Favoriten an
Die Nummer eins der Setzliste ist allerdings Zverev. Der Deutsche gewann die Erste Bank Open bereits 2021 und stand im Vorjahr erneut im Endspiel. Dort musste er sich Jannik Sinner nach drei umkämpften Sätzen mit 6:3, 3:6, 5:7 geschlagen geben. Zverev zählt aufgrund seiner Aufschlagstärke und seines druckvollen Grundlinienspiels auch diesmal zu den heißesten Titelanwärtern.
Titelverteidiger Sinner fehlt hingegen verletzt. Der Italiener musste seine Saison Anfang Oktober wegen anhaltender Beschwerden im rechten Knie vorzeitig beenden. Damit kann der Wien-Sieger von 2023 und 2025 seinen dritten Titel in der österreichischen Hauptstadt nicht in Angriff nehmen.
Trotz der prominenten Absage ist das Teilnehmerfeld hervorragend besetzt. Mit Daniil Medvedev, Flavio Cobolli, Alex de Minaur und Frances Tiafoe stehen vier weitere Top-10-Spieler auf der Nennliste. Medvedev gewann das Turnier 2022 und zählt auf schnellen Hallenbelägen traditionell zu den gefährlichsten Gegnern.
Dazu kommen bekannte Namen wie Andrey Rublev, Lorenzo Musetti und Karen Khachanov. Auch die aufstrebenden Talente Jakub Mensik und Learner Tien wollen den etablierten Stars das Leben schwer machen. Im Kampf um den Titel dürfte es somit kaum leichte Matches geben.
Rodionov als ÖTV-Hoffnung
Aus österreichischer Sicht steht im Einzel vor allem Jurij Rodionov im Rampenlicht. Der 27-jährige Niederösterreicher erhielt nach seinen starken Leistungen im Davis Cup eine Wildcard für den Hauptbewerb. Beim 3:1-Erfolg gegen Belgien gewann Rodionov beide Einzel und sorgte mit seinem 7:6, 6:3 gegen den damaligen Weltranglisten-38. Zizou Bergs für den entscheidenden Punkt.
Für Rodionov wird es der achte Auftritt bei den Erste Bank Open, zum vierten Mal steht er im Hauptbewerb. Angesichts der hochkarätigen Konkurrenz wäre bereits ein Erstrundensieg ein beachtlicher Erfolg. Seine jüngsten Leistungen im Nationalteam haben allerdings gezeigt, dass er auch gegen deutlich höher eingestufte Gegner bestehen kann.
Auch in der Qualifikation ist Österreich vertreten. Lukas Neumayer,Joel Schwärzler und Sebastian Sorger kämpfen am Wochenende um einen Platz im Hauptfeld. Für sie bietet das Heimturnier wieder die Chance, sich auf großer Bühne zu beweisen und wertvolle Weltranglistenpunkte zu sammeln. Die Konkurrenz ist allerdings stark. Um den Sprung in den Hauptbewerb zu schaffen, müssen die ÖTV-Profis jeweils zwei Matches gewinnen. Gelingt ihnen das, könnte Österreich im Einzel mit bis zu vier Spielern im Hauptfeld vertreten sein.
Miedler/Oberleitner mit Titelchancen im Doppel
Die größten österreichischen Titelchancen gibt es diesmal wohl im Doppel. Lucas Miedler und Neil Oberleitner reisen mit einem besonderen Erfolgserlebnis nach Wien. Das ÖTV-Duo gewann Mitte Oktober das ATP-Masters-1000-Turnier in Shanghai und blieb dabei ohne Satzverlust. Im Finale setzten sich die beiden gegen Francisco Cabral und James Tracy mit 6:3, 6:4 durch.
Miedler weiß außerdem, wie man in Wien gewinnt. Gemeinsam mit Alexander Erler triumphierte er bereits 2022 und 2024. Im Vorjahr erreichte er mit Cabral erneut das Finale. Nach dem Masters-Triumph gehört das österreichische Duo auch diesmal zum erweiterten Favoritenkreis. Zu den größten Konkurrenten zählen die Wimbledon-Sieger Harri Heliövaara und Henry Patten sowie die Australian-Open- und US-Open-Champions Christian Harrison und Neal Skupski.
Von Djokovic bis Thiem: Die größten Erfolge in Wien
Seit der ersten Austragung 1974 haben sich zahlreiche Tennislegenden in die Siegerliste der Erste Bank Open eingetragen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten triumphierten unter anderem Novak Djokovic (2007), Juan Martin del Potro (2012), Andy Murray (2014 und 2016) und Sinner (2023 und 2025).
Aus österreichischer Sicht bleiben vor allem die Jahre 2009, 2010 und 2019 unvergessen. Jürgen Melzer gewann das Heimturnier zweimal in Folge. Besonders emotional war sein zweiter Triumph, als er sich 2010 in einem rein österreichischen Finale gegen Andreas Haider-Maurer durchsetzte.

Neun Jahre später sorgte Dominic Thiem für den bislang letzten österreichischen Einzeltitel. Der Niederösterreicher besiegte Diego Schwartzman nach Satzrückstand mit 3:6, 6:4, 6:3 und erfüllte sich damit einen seiner größten sportlichen Wünsche.
Ein Blick in die Rekordbücher zeigt zudem, dass einige Bestmarken seit Jahrzehnten Bestand haben. Der US-Amerikaner Brian Gottfried ist mit vier Titeln und 31 Matchsiegen bis heute der erfolgreichste Spieler der Turniergeschichte. Der jüngste Champion war hingegen ein Österreicher. Horst Skoff triumphierte 1988 im Alter von nur 20 Jahren.
Knapp 2,8 Millionen Euro Preisgeld, ServusTV überträgt live
Auch finanziell haben die Erste Bank Open einiges zu bieten. Insgesamt werden 2.797.985 Euro Preisgeld ausgeschüttet, rund 61.000 Euro mehr als im Vorjahr. Der Sieger im Einzel darf sich über 523.305 Euro und 500 ATP-Weltranglistenpunkte freuen. Der unterlegene Finalist erhält 281.540 Euro und 330 Punkte. Selbst ein Erstrundenaus bringt 21.820 Euro ein.
Tennisfans können das Turnier in Österreich auch heuer kostenlos verfolgen. ServusTV und ServusTV On übertragen ab Montag, 26. Oktober, täglich die Top-Matches live. Von Montag bis Freitag beginnt die Übertragung jeweils um 13:20 Uhr. Am Samstag sind die beiden Halbfinalspiele ab 14:45 beziehungsweise 17:00 Uhr zu sehen.
Das große Einzelfinale steigt am Sonntag, 1. November, um 14:00 Uhr. ServusTV meldet sich bereits ab 13:45 Uhr live aus der Wiener Stadthalle.
