Nach ihrem hart erkämpften Erfolg gegen Katie Boulter steht Anastasia Potapova bei den French Open in der dritten Runde vor einer echten Standortbestimmung. Die als Nummer 28 gesetzte Spielerin drehte ihr Zweitrundenmatch nach verlorenem ersten Satz und setzte sich gegen Boulter nach 2:06 Stunden mit 5:7, 6:4, 6:2 durch. Nun wartet mit Coco Gauff die Titelverteidigerin und eine der großen Favoritinnen auf den Turniersieg.
Die US-Amerikanerin besiegte die ägyptische Qualifikantin Mayar Sherif mit 6:3, 6:2 und erreichte damit bereits zum sechsten Mal in Folge die dritte Runde von Roland Garros. Ganz ohne Mühe war der Erfolg aber nicht: Gauff sprach nach dem Match von einer körperlich anspruchsvollen Partie, in der sie sich vor allem im ersten Satz ihre Punkte hart erarbeiten musste.
Für Potapova wird es darauf ankommen, die positiven Eindrücke aus dem Boulter-Match mitzunehmen. Nach Startschwierigkeiten steigerte sie sich deutlich, wurde in den Ballwechseln stabiler und konnte das Tempo mit Fortdauer der Partie besser kontrollieren. Gegen Gauff muss die Neo-Österreicherin jedoch von Beginn an präsenter sein: Die Amerikanerin verteidigt auf Sand extrem stark, bringt viele Bälle zurück und zwingt ihre Gegnerinnen immer wieder zu zusätzlichen Schlägen.
Im direkten Vergleich führt Gauff mit 1:0. Das bislang einzige Duell fand 2021 in Montreal statt, seither haben sich beide Spielerinnen deutlich weiterentwickelt. Die Favoritenrolle liegt klar bei Gauff, doch Potapova hat in Paris bereits bewiesen, dass sie sich in schwierige Matches hineinkämpfen kann. Gelingt es ihr, druckvoll zu eröffnen, die Fehlerquote niedrig zu halten und Gauffs zweiten Aufschlag konsequent anzugreifen, könnte sie die Titelverteidigerin zumindest vor Probleme stellen.
