Pause dringend benötigt
Dem Schlaggewitter von Flavio Cobolli – in der Weltrangliste auf Position 16 geführt – stand Alexander Zverev phasenweise hilflos gegenüber. Viele Chancen, zu seinem Spiel zu finden, bekam Zverev im dritten Duell mit Cobolli nicht. Der Florentiner führte schnell mit 4:1 und holte sich den ersten Satz nach nur 34 Minuten. Dabei gelangen dem Italiener vor allem mit seiner Vorhand insgesamt 20 Winner.
Zahlreiche Bälle, die der 23 Jahre alte italienische Davis-Cup-Sieger mit voller Wucht ins Feld schlug, blieben für den Weltranglistendritten unerreichbar. Bereits nach nur 68 Minuten war das sehr einseitige Duell vorbei.
In seinem fünften Halbfinale in diesem Jahr schied Zverev zum fünften Mal aus, danach sagte er geknickt: "Meine Beine waren nicht mehr da." Mutmaßlich sechs Tage bis zu seinem ersten Match beim Masters in Madrid hat er nun Pause, es wäre "schon hilfreich", ergänzte er, "die auch zu nutzen und sinnvoll zu nutzen".
Match-Center: Alexander Zverev vs. Flavio Cobolli
Zverev chancenlos
Alexander Zverev konnte im ersten Durchgang nur fünf direkte Punkte verbuchen. Sollte er gehofft haben, sein Gegner werde mit zunehmender Dauer nachlassen, sah er sich getäuscht.
Cobolli, im Vorjahr Sieger des Turniers in Hamburg, schlug im zweiten Satz weitere zwölf Winner und nahm Zverev zum 3:1 ein weiteres Mal den Aufschlag ab. Nach dem Matchball saß er weinend auf seiner Bank, weil am Vortag ein Freund von ihm gestorben war.
"Eines meiner besten Spiele gegen einen meiner besten Freunde auf der Tour", sagte er nach der Partie emotional: "Ich bin oft etwas schüchtern, wenn ich gegen die großen Spieler antrete. Aber heute habe ich eines meiner besten Spiele gezeigt."
Am Finalsonntag ist dennoch ein deutscher Titelgewinn möglich: Jakob Schnaitter (Wasserburg/Inn) und Mark Wallner (München) stehen völlig überraschend im Endspiel des Doppel-Wettbewerbs. Im Halbfinale hatten sie Yuki Bhambri/Michael Venus (Indien/Neuseeland) besiegt, die gleich in der ersten Runde die an Nummer eins gesetzten Kevin Krawietz/Tim Pütz aus dem Turnier geworfen hatten.
