"Wenn es die ganze Woche so bleibt, ist es perfekt", betonte Zverev nach seinem letztlich souveränen 6:3, 6:4, 6:2-Erfolg gegen den Franzosen Benjamin Bonzi. Und das hat neben persönlichen Vorlieben auch ganz praktische, tennisbezogene Gründe: "Mein Aufschlag ist dann effektiver. Meine Vorhand ist dann effektiver, mein ganzes Spiel ist effektiver mit Hitze."
Zum Match-Center: Benjamin Bonzi vs. Alexander Zverev
Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sind nicht zu unterschätzende Faktoren, die sich auf den Fortgang des Turniers auswirken können. Auch Eurosport-Experte Boris Becker wertet das derzeitige Klima in der französischen Hauptstadt als positiv für den Olympiasieger von Tokio, der in Abwesenheit von Carlos Alcaraz bei dem Sandplatz-Highlight den ganz großen Coup anpeilt. "Ich glaube, das ist ein Vorteil für Alexander Zverev und vielleicht ein Nachteil für Jannik Sinner", sagte der 58-Jährige und ergänzte mit Blick auf den Dominatoren aus Südtirol: "Der tut sich mit hohen Temperaturen eigentlich immer schwer."
Becker mit Lob und Appell an Zverev
Sinner, der erst am Dienstag sein Erstrundenmatch gegen den Franzosen Clément Tabur bestreitet, ist der ganz große, zuletzt schier unschlagbare Widersacher des Weltranglistendritten aus Hamburg. In der jetzigen Turnierphase aber noch ein ferner Gegner. Zunächst ist das kommende Duell mit dem Tschechen Tomas Machac für Zverev deutlich wichtiger als Gedanken an ein mögliches, zukünftiges Finale.
Es scheint dieser Tage aber viel zu passen für Zverev, der sicher seine "Riesenchance" (Becker) ergreifen will, aber nicht verkrampft wirkt. Vielmehr zeigte er gegen Bonzi seine neue Variabilität, die ihm den Weg zu großen Titeln bahnen soll. "Auch mit 29 muss er sich weiterentwickeln. Er spielt jetzt auch Serve-and-volley ab und zu", sagte Becker und lobte zudem die teilweise aggressivere Returnposition: "So spielt er sehr variantenreich und gefährlich." Zugleich wird sich Zverev weiter steigern müssen, das ist ihm bewusst.
Zuerst einmal verabschiedete er sich aber zufrieden nach dem gelungenen Auftakt und freute sich auf Dackel Mischka, der ihn wieder begleiten kann. Der Vierbeiner war am Rande des ATP-Turniers in München verunglückt - wovon Zverev nun in Paris berichtete.
"Der Volltrottel ist acht Monate alt. Er versteht nicht, warum er im Golfkart sitzen bleiben muss", sagte der Weltranglistendritte: "Er war angeleint, springt aber aus dem Golfkart heraus, während es noch fährt, und bricht sich vier Knochen. Und er bricht sich beide Hüften." Nun geht es Mischka wieder besser und Zverev kann sich voll auf seinen Job konzentrieren: Er will in Paris mit Nachdruck angreifen.
