Sonnenanbeter Zverev glaubt nach "perfektem" Auftakt an Coup – auch Lys kann lachen

Gelingt Zverev der ersehnte erste Grand-Slam-Titel?
Gelingt Zverev der ersehnte erste Grand-Slam-Titel?REUTERS/Stephanie Lecocq

Alexander Zverev liebt die drückende Hitze von Paris. Während die vielen Tausend Tennisfans im Sandplatz-Mekka mit Fächern wedeln, unter Strohhüten verschwinden und sich aus kleinen Dosen Wassernebel ins Gesicht sprühen, um irgendwie mit den Temperaturen klarzukommen, genießt der deutsche Topspieler jedes Grad mehr.

"Wenn es die ganze Woche so bleibt, ist es perfekt", betonte Zverev nach seinem letztlich souveränen 6:3, 6:4, 6:2-Erfolg gegen den Franzosen Benjamin Bonzi. Und das hat neben persönlichen Vorlieben auch ganz praktische, tennisbezogene Gründe: "Mein Aufschlag ist dann effektiver. Meine Vorhand ist dann effektiver, mein ganzes Spiel ist effektiver mit Hitze."

Lys mit Statement gegen Nachwuchstalent

Auch Eva Lys zeigte am Montag dann bei 33 Grad ihre Qualitäten. Sie verdiente sich nach einer schwierigen ersten Saisonhälfte einen klaren 6:3, 6:0-Sieg gegen die Kroatin Petra Marcinko und fing den Jubelmoment mit ihren Fans in einem Handyvideo ein. "Ich habe mir erhofft, dass ich nicht die Spielerin bin, die so ein bisschen wegkippt", sagte Lys zu den schwierigen Bedingungen: "Generell habe ich kein Problem mit der Hitze, bis es so heiß ist wie hier. Man schwitzt sich da einen ab."

Zuvor war am Sonntag schon Tamara Korpatsch mit Sonnenbrille in die zweite Runde eingezogen. Für die einstige Wimbledon-Halbfinalistin Tatjana Maria kam mit einer 5:7, 0:6-Niederlage gegen die Belgierin Elise Mertens das Aus.

Nachteil für Sinner?

Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sind nicht zu unterschätzende Faktoren. Auch Eurosport-Experte Boris Becker wertet das derzeitige Klima in der französischen Hauptstadt als positiv für Zverev, der in Abwesenheit von Carlos Alcaraz bei dem Sandplatz-Highlight den ganz großen Coup anpeilt. "Ich glaube, das ist ein Vorteil für Alexander Zverev und vielleicht ein Nachteil für Jannik Sinner", sagte der 58-Jährige und ergänzte mit Blick auf den Dominatoren aus Südtirol: "Der tut sich mit hohen Temperaturen eigentlich immer schwer."

Sinner, der erst am Dienstag sein Erstrundenmatch gegen den Franzosen Clément Tabur bestreitet, ist der ganz große, zuletzt schier unschlagbare Widersacher des Weltranglistendritten aus Hamburg. Zunächst ist das kommende Duell mit dem Tschechen Tomas Machac für Zverev aber deutlich wichtiger als Gedanken an ein mögliches, zukünftiges Finale.

Es scheint dieser Tage aber viel zu passen für Zverev, der sicher seine "Riesenchance" (Becker) ergreifen will, aber nicht verkrampft wirkt. Vielmehr zeigte er gegen Bonzi seine neue Variabilität, die ihm den Weg zu großen Titeln bahnen soll. "Auch mit 29 muss er sich weiterentwickeln", sagte Becker und lobte das Serve-and-volley und die teilweise aggressivere Returnposition: "So spielt er sehr variantenreich und gefährlich."