Russell holt Pole Position in Barcelona – "Schwieriges Wochenende" für Antonelli

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Erfolgserlebnis für George Russell
Erfolgserlebnis für George RussellDPPI, DPPI Media / Alamy / Profimedia

George Russell hatte es angekündigt, und es stimmt tatsächlich: Der Mercedes-Pilot fährt befreit auf, schlägt Kimi Antonelli und holt die Pole Position in Spanien.

George Russell fuhr aus der Garage, drehte die schnellste Runde, distanzierte Kimi Antonelli - und fasste diesen ziemlich ungewohnten Vorgang in Worte. "Es ist schön, wieder den Groove zu spüren", rief der Mercedes-Pilot in den Funk. Denn die Trendwende wirkt plötzlich greifbar für den Engländer: Mit der Pole Position beim Großen Preis von Katalonien darf Russell auf seinen ersten Sieg seit drei Monaten hoffen.

Hamilton startet hinter Russel

"Ich fühle mich wieder mehr bei mir selbst", sagte Russell nach dem Qualifying am Samstag. Da hatte er Antonelli, den souveränen WM-Spitzenreiter im anderen Mercedes, gerade deutlich geschlagen: Der Italiener wurde mit drei Zehntelsekunden Rückstand nur Dritter. Stärker war auch Rekordweltmeister Lewis Hamilton als Zweiter, der im zweiten Jahr bei Ferrari sein bislang bestes Quali-Ergebnis einfuhr.

Russell war mit einer neuen Herangehensweise nach Barcelona gereist. 68 Punkte liegt er schon hinter Antonelli, seit vier Rennen wartet er auf einen Podestplatz. Damit sei der Druck nun erstmal weg, sagte Russell, "der Titel ist so weit entfernt, darüber muss ich gerade gar nicht nachdenken."

Allerdings hat der Engländer wohl nicht nur mental umgeschaltet. "George hat sich darauf konzentriert, das Auto so abzustimmen, wie es ihm gefällt", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei Sky. Denn nach den sehr starken Leistungen Antonellis in den Wochen nach dem Saisonstart hatte Russell sich am Setup des Teamrivalen orientiert - und sich damit wohl noch größere Probleme beschert.

Für Antonelli ist es in diesem so erfolgreichen Jahr eine Premiere: Erstmals wird der 19-Jährige nicht aus der ersten Reihe starten. Er sprach anschließend von einem "schwierigen Wochenende. Ich hatte nicht das beste Gefühl im Auto, ein bisschen was fehlt."

Hülkenberg darf auf Punkte hoffen – Crash von Leclerc

Die Startplätze vier und fünf gingen an Weltmeister Lando Norris im McLaren und Max Verstappen im Red Bull. Nico Hülkenberg schaffte es erstmals im Audi in den letzten Qualifying-Abschnitt der besten zehn, er hatte seit dem Saisonstart darauf hingearbeitet: Viermal bei den bisherigen sechs Rennen verpasste der Deutsche das Q3 als Elfter denkbar knapp.

Letztlich wurde er am Samstag Neunter, auch weil ein Konkurrent wegfiel: Der letzte Abschnitt der Quali musste unterbrochen werden, nachdem Charles Leclerc mit seinem Ferrari heftig und beinahe frontal in die Streckenbegrenzung eingeschlagen war. Der Monegasse konnte das Auto selbständig verlassen, hatte sich damit aber frühzeitig aus der Zeitenjagd verabschiedet. "Heute mal nicht den Elften, habe ich mir gedacht", sagte Hülkenberg, "den Fluch musste ich brechen."

Eine große Rolle werden beim Rennen am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) die Temperaturen spielen. Die Teams kämpfen auf dem heißen Asphalt mit dem Reifenverschleiß. Wer am besten damit klarkommt, dürfte das Rennen für sich entscheiden. "Die Strecke wird über 50 Grad heiß sein, darauf kannst du Spiegeleier braten, aber für die Pirellis ist das nicht gut", sagte Ferrari-Teamchef Fred Vasseur: "Es wird zu 100 Prozent um die Reifen gehen."