Theodore zog von der rechten blauen Linie ab, woraufhin der Puck von der Bande zurückprallte und über den gegnerischen Stürmer Jordan Martinook sowie Carolina-Backup-Goalie Brandon Bussi den Weg ins Tor fand. Durch diesen hart erkämpften Heimerfolg führt Vegas in der Best-of-7-Serie nun mit 2:1, bevor am kommenden Dienstag das vierte Aufeinandertreffen ebenfalls in Las Vegas ansteht.
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Das Spiel war zuvor im zweiten Drittel untrennbar mit dem Namen Mitch Marner verknüpft, der NHL-Geschichte schrieb. Nach zwei wegen Abseits und Torhüterbehinderung durch Videobeweis aberkannten Vegas-Treffern erlöste Tomas Hertl sein Team zunächst in der 31. Minute in Überzahl mit dem 1:0.
Marner schreibt Geschichte
Nur 16 Sekunden später startete die Marner-Show: Der Stürmer traf per Rückhand von der Bande aus, abgefälscht durch Carolinas Verteidiger Sean Walker, zum 2:0. In der 35. Minute erhöhte Marner nach einem feinen Zuspiel von Brayden McNabb per Vorhand-Rückhand-Finte auf 3:0, ehe er nur knapp zwei Minuten später einen erneuten Alleingang per Schlagschuss zum 4:0 vollendete.
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Mit diesem lupenreinen Hattrick innerhalb von nur 6 Minuten und 10 Sekunden brach Marner den 69 Jahre alten Finalrekord der Eishockey-Legende Maurice Richard (drei Tore in 6:21 Minuten) und sicherte sich zudem als erster Spieler überhaupt vier Scorerpunkte in einem einzigen Finaldrittel.
Das vermeintlich sichere Spiel der Golden Knights geriet im Schlussabschnitt jedoch völlig aus den Fugen. Marner vergab in der 45. Minute bei einem Penalty in Unterzahl die endgültige Entscheidung gegen Brandon Bussi, der ab dem dritten Drittel Frederik Andersen ersetzte – und genau dieser gehaltene Penalty zündete den Funken für das Comeback der Hurricanes.
Innerhalb von nur 39 Sekunden trafen Jordan Martinook nach einem aggressiven Forecheck, Taylor Hall nach einem Scheibenverlust der Hausherren und Jordan Staal per Deflection zum 4:3-Anschluss. Drei Tore bei drei aufeinanderfolgenden Schüssen bedeuteten ebenfalls einen neuen, historischen NHL-Rekord: Sie knackten die 72 Jahre alte Bestmarke der Montreal Canadiens aus dem Jahr 1954 (drei Tore in 56 Sekunden).
Bussi verpasst Matchwinner-Status
Der totale Wahnsinn war perfekt, als Andrei Svechnikov 1:42 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit bei gezogenem Torhüter im Powerplay den viel umjubelten 4:4-Ausgleich für Carolina erzwang.
Am Ende verbuchten die Hurricanes zwar den moralischen Erfolg, als erst zweites Team in der Finalgeschichte nach den New York Rangers 1972 einen Vier-Tore-Rückstand aufgeholt zu haben, die zwei Punkte blieben dank Theodore aber in Nevada.
Vegas-Schlussmann Carter Hart zeigte mit insgesamt 29 Paraden eine solide Leistung und hielt sein Team insbesondere in den kritischen Phasen der Verlängerung im Spiel. Auf der Gegenseite erlebte Carolinas Starter Frederik Andersen mit vier Gegentoren bei nur 16 Schüssen einen Abend zum Vergessen. Sein Backup Brandon Bussi avancierte mit 18 Paraden bei 19 Schüssen und dem entschärften Penalty hingegen beinahe zum Matchwinner für die Hurricanes, bevor das unglückliche Billard-Tor in der Overtime die bittere Niederlage besiegelte.
Für das vierte Spiel ist nun eine hochgradig geladene Atmosphäre garantiert, in der Carolina versuchen wird, die Serie wieder auszugleichen.
