Vor seiner Rückkehr auf den heiligen Rasen zog es Alexander Zverev in die malerischen Alpen. Im Luxushotel Stanglwirt bei Kitzbühel entspannte der French-Open-Sieger zusammen mit Partnerin Sophia Thomalla und den beiden Dackeln Mishka und Buba.
Er duellierte sich im Rahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltung an der Seite seines früheren Widersachers Dominic Thiem auf dem Padel-Platz, gönnte sich auch mal eine Kugel Eis.
Nach dem erlösenden Triumph in Paris strahlt der 29-Jährige nach außen eine neue Form der Gelassenheit aus. Eine Ruhe, die ihm jetzt helfen soll, in Wimbledon mit seinem ungeliebten grünen Untergrund Frieden zu schließen.

"Ich finde, dass ich mich auf Rasen recht gut gefunden habe", gab sich Zverev vor dem am Montag beginnenden Klassiker an der Church Road optimistisch.
Beim Heimspiel in Halle/Westfalen hatte der Tokio-Olympiasieger lange seine starke Form unterstrichen, erst im Halbfinale bremsten ihn eine Fehlfunktion seines Insulinsensors und Rückenprobleme gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz aus. Darf sich Zverev also wirklich Hoffnung auf den zweiten Major-Streich binnen weniger Wochen machen?
Boris Becker kommt ins Schwärmen
"Ich bin ja der Erste, der auch mal was kritisiert, wenn ich das eben anders sehe", sagte der dreimalige Wimbledon-Champion Boris Becker im Podcast mit Andrea Petkovic.
Angesichts der jüngsten Auftritte des Weltranglistendritten verfiel er aber ins Schwärmen: "Ich habe ihn noch nie so stark auf Rasen gesehen wie jetzt in Halle."

Vor allem Zverevs Leistung im Viertelfinale gegen den belgischen Qualifikanten Raphael Collignon hatte es der deutschen Tennisikone angetan. "Wie Sascha da gespielt hat. Die Vorhand lief, der Aufschlag, die Aggressivität, er ging ans Netz", sagte Becker, der seinen Augen kaum trauen konnte: "Was ist den plötzlich mit dem Zverev los? Lernt er jetzt noch mit 29 Jahren auf Rasen Tennis spielen?"
French Open als Brustlöser?
Zverev und Wimbledon – das war bislang keine Liebesbeziehung. Über das Achtelfinale hinaus ging es im Südwesten Londons bislang nie. Im vergangenen Jahr erwischte ihn schon in Runde eins das krachende Aus.
Der Tokio-Olympiasieger lag mental am Boden. Doch der Befreiungsschlag am 7. Juni in Frankreich hat alles verändert – ist sich zumindest Becker sicher. "Ich glaube, da ist Druck von ihm abgefallen nach dem Grand-Slam-Sieg in Paris. Er wirkt freier, er wirkt entspannter."
