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"Realistische Chance" auf Gold: Hockey-Männer träumen in Belgien vom WM-Coup

Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft träumt bei der WM vom Titel.
Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft träumt bei der WM vom Titel.FIH/WorldSportPics

Tom Grambusch ist vorsichtig. "Topfavorit" auf den WM-Titel? Nein, ganz so weit will der Kapitän der deutschen Hockey-Männer nicht gehen - aber die Rechnung ist denkbar einfach. "Wir stehen im Halbfinale und da trennen uns nur noch zwei Siege vom Pokal", sagte der 31-Jährige im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Wir haben auf jeden Fall eine realistische Chance, das Ding hier zu gewinnen."

Um den großen Coup von 2023 zu wiederholen, müssen Grambusch und Co. am Freitag (20.30 Uhr/MagentaTV) im belgischen Wavre erst einmal an Argentinien vorbei, doch das Selbstvertrauen des neuformierten Titelverteidigers ist gewachsen. "Im Laufe des Turniers hat sich ein krasser Spirit und ein starkes Wir-Gefühl entwickelt", betonte Grambusch.

Dass das DHB-Team, das mit dem Weltmeisterkader von vor dreieinhalb Jahren nicht mehr viel gemein hat, es damit nun schon bis ins Halbfinale geschafft hat, überrascht aber selbst den Bundestrainer. "Ich wusste, dass ich der Mannschaft viel zutrauen kann", schwärmte André Henning nach dem alles entscheidenden Zwischenrundenspiel gegen Australien (4:2) bei MagentaTV: "Dass wir in dieser Konstellation jetzt schon so gut sind, übertrifft alles, was ich für dieses Turnier erwartet hätte, um ehrlich zu sein."

Henning: "Wissen, wie Erfolg funktioniert"

Nun kann es sogar bis ganz nach oben gehen - so wie im Januar 2023. Neun der insgesamt 20 Spieler aus dem aktuellen Kader waren am sensationellen WM-Triumph in Indien beteiligt gewesen, Grambusch ist einer von ihnen. Der gebürtige Mönchengladbacher ist als Kapitän mittlerweile in die Fußstapfen seines älteren Bruders Mats getreten und geht auf und neben dem Platz voran.

Doch nicht nur auf die arrivierten Kräfte ist Verlass, Youngsters wie Jakob Brilla oder Hugo von Montgelas überzeugen bislang bei ihrem ersten großen Turnier mit der A-Nationalmannschaft. Dieser "Mix aus Hunger und Wissen, wie Erfolg funktioniert", wie Henning es nannte, soll nun auch gegen Argentinien zum Trumpf werden.

Dabei müsse seine Mannschaft unbedingt "den Fokus halten" und "sehr diszipliniert den eigenen Job machen", betonte Henning. Argentinien sei eine Mannschaft, "die durchaus offensiv und aggressiv nach vorne spielen" könne und über eine gute Ecke verfüge.

Klares Ziel Weltmeistertitel

An das letzte K.o.-Spiel gegen die Südamerikaner auf einer großen Bühne dürfte so manch einer im DHB-Team aber noch sehr gute Erinnerungen haben. Auf dem Weg zur Silbermedaille hatte sich die deutsche Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris mit 3:2 im Viertelfinale durchgesetzt. Zuletzt gab es in der Pro League zwei ebenfalls knappe Siege, der nächste Erfolg soll am Freitag folgen.

In einem möglichen Finale könnte dann am Sonntag ein Duell mit dem Favoriten und Co-Gastgeber Niederlande drohen, der am Freitag (18.00 Uhr/MagentaTV) im ersten Halbfinale Spanien empfängt. Doch so weit will Kapitän Grambusch erst einmal nicht denken, der Fokus liegt auf Argentinien. Am Ende wolle man aber "natürlich" Weltmeister werden, betonte der Abwehrchef, "weil wir jedes Spiel gewinnen wollen".