
Torwart
Orlando Gill (Paraguay) – 8,7
Paraguays erste WM-Teilnahme seit 2010 endete zwar im Achtelfinale gegen Titelfavorit Frankreich, doch die Südamerikaner reisen erhobenen Hauptes ab – vor allem, weil sie zuvor Deutschland im Elfmeterschießen sensationell aus dem Turnier warfen. Der Held dieses Triumphs hieß Orlando Gill, der mit zwei entscheidenden Paraden im Elfmeterschießen glänzte.
Insgesamt verbuchte Gill im Turnierverlauf 23 Paraden und schrieb eine der berührendsten Geschichten dieser WM: Vor drei Jahren musste er Teile seiner Nationalmannschaftsausrüstung verkaufen, um die medizinische Versorgung seines frühgeborenen Sohnes und die Notoperation seiner Partnerin nach Geburtskomplikationen zu finanzieren. Gegen Deutschland verdiente er sich seine starke Note mit sechs Paraden in der regulären Spielzeit sowie zehn langen Pässen, die allesamt ihr Ziel fanden.
Abwehr
Marc Cucurella (Spanien) – 8,6
Beim souveränen 3:0-Erfolg Spaniens gegen Österreich war Cucurella der Dreh- und Angelpunkt auf der linken Seite. Er bereitete beide Treffer von Mikel Oyarzabal direkt vor und leitete auch das Tor von Pedro Porro nach dem Seitenwechsel mit einer starken Balleroberung am Strafraumrand ein.
Dank seiner enormen Offensiv- und Spielmacherqualitäten verdiente sich der Linksverteidiger die drittbeste Note der Partie. Er kreierte zwei Großchancen, schlug 19 präzise Pässe ins letzte Drittel (86 % Erfolgsquote) und bewies eindrucksvoll, warum Chelsea im Sommer weit über 50 Millionen Pfund für ihn auf den Tisch legte.
Lisandro Martinez (Argentinien) – 9,4
Nach dem nervenaufreibenden Verlängerungskrimi gegen Kap Verde zeigte sich Lisandro Martínez hochemotional. Auf der anschließenden Pressekonferenz verriet er unter Tränen, dass er nach einer schweren Kreuzbandverletzung kurz vor dem Karriereende stand – erst die Geburt seines Kindes während der Reha spornte ihn zum Weitermachen an.
Auf dem Platz agierte Martínez sowohl inspiriert als auch inspirierend: Mit einer 9,4 lieferte er die statistisch beste Leistung der gesamten Runde ab. Er war an zwei argentinischen Toren beteiligt, glänzte mit sechs Klärungsaktionen und war mit 116 erfolgreichen Pässen (97 % Genauigkeit) der dominante Taktgeber der Partie.

Gabriel Magalhaes (Brasilien) – 9,1
Beim hart erkämpften 2:1-Sieg der Seleção gegen Japan war Gabriel der Fels in der Brandung und wurde völlig zurecht zum Spieler des Spiels gewählt. Der 28-Jährige überzeugte mit einer nahezu fehlerfreien Leistung, bereitete das Führungstor von Casemiro vor und kreierte eine weitere Großchance.
Mit 144 Ballkontakten zog er das Spiel von hinten auf, gewann vier seiner sechs Zweikämpfe und fing zwei wichtige Bälle ab.
Pedro Porro (Spanien) – 8,8
Mit einem platzierten Kopfball zum 2:0 gegen Österreich krönte Pedro Porro seinen erst zweiten Startelfeinsatz bei diesem Turnier und erzielte im 20. Länderspiel sein Premieren-Tor für die A-Nationalmannschaft.
Für den Rechtsverteidiger war es die höchste Spielerbewertung im Verein oder Nationaltrikot seit über zwei Jahren. Neben seinem Treffer überzeugte er defensiv wie offensiv und brachte fünf wichtige Schlüsselpässe an den Mann.

Mittelfeld
Florian Wirtz (Deutschland) – 8,8
Obwohl die deutsche Nationalmannschaft dank eines schwachen Elfmeterschießens die Segel gegen Paraguay streichen musste, tat sich Florian Wirtz als kreativer Kopf der DFB-Offensive hervor. Der Spielmacher vom FC Liverpool bereitete nicht nur das zwischenzeitliche 1:1 durch Kai Havertz vor, sondern war auch ansonsten der Lichtblick in einer oft ideenlosen Mannschaft.

Stephen Eustaquio (Kanada) – 8,7
Es war der größte WM-Erfolg in Kanadas Fußballgeschichte: der erstmalige Einzug in die K.-o.-Runde. Nach seinem Führungstor gegen Südafrika brachen bei Stephen Eustáquio alle Dämme. Der 29-Jährige widmete den emotionalen Treffer seinen kürzlich verstorbenen Eltern.
Eustáquio belohnte sich mit seiner besten Flashscore-Note seit Ende 2023: Neben seinem Tor steuerte er in der Nachspielzeit den Assist zum Siegtreffer bei, kreierte zwei Großchancen und verbuchte eine Passquote von 90 %.
Gustavo Puerta (Kolumbien) – 8,7
Puerta war beim 1:0-Arbeitssieg Kolumbiens gegen Ghana der überragende Mann auf dem Platz. Unglaubliche 22 Pässe spielte er ins letzte Drittel – mit einer traumhaften Präzision von 96 % und damit doppelt so oft wie jeder andere Akteur. Fünf gewonnene Zweikämpfe, eine Balleroberung und zwei Abschlüsse rundeten seine Leistung ab.
Im Team der Runde besetzt er zwar die linke Seite, doch Puerta betonte nach dem Spiel seine Flexibilität: Seine Rolle bei dieser WM sei es, "so vielseitig wie möglich" für sein Team zu agieren.
Angriff
Kylian Mbappé (Frankreich) – 9,4
Mbappé stürmt unaufhaltsam in Richtung Goldener Schuh der WM 2026. Mit seinem Doppelpack beim Sieg über Schweden schraubte er sein Torkonto hoch, ehe er im Achtelfinale gegen Paraguay direkt nachlegte. Vier seiner fünf Abschlüsse gegen die Skandinavier gingen direkt aufs Gehäuse. M
it einem unwiderstehlichen Übersteiger und dem anschließenden Tor kurz vor der Pause erzielte er zudem sein neuntes WM-K.-o.-Tor – damit zog er an Legenden wie Ronaldo und Leônidas vorbei.

Mikel Oyarzabal (Spanien) – 9,1
Oyarzabal war der Albtraum der österreichischen Defensive. Mit seinem bereits zweiten Doppelpack bei dieser Weltmeisterschaft verdiente er sich die Bestnote des Spiels.
Nach seiner bisher stärksten LaLiga-Saison für Real Sociedad (15 Tore) knipst der Angreifer auch international wie am Fließband: In seinen letzten 16 Länderspielen traf er sensationelle 17-mal. Seine Effizienz gegen Österreich spiegelte sich auch im Expected-Goals-Wert von 1,09 wider.
Lionel Messi (Argentinien) – 8,9
Eine Weltauswahl ohne Lionel Messi? Völlig undenkbar. Mit seinem Führungstor gegen Kap Verde baute der Altmeister seine Führung an der Spitze der ewigen WM-Torschützenliste weiter aus. Kaum zu glauben: Obwohl Messi während des Turniers 39 Jahre alt wurde, war es das neunte Tor in seinen letzten zehn Pflichtspielen für Argentinien und Inter Miami.
Auch wenn er diesmal nicht den offiziellen "Spieler des Spiels"-Award abräumte, schrammte er mit neun Torschüssen und vier präzisen Flanken nur haarscharf daran vorbei.
