Die WM hat für Christoph Baumgartner noch nicht einmal begonnen – und ist bereits vorbei. Der Offensivspieler verletzte sich am Sonntagabend beim Aufwärmen vor dem Testspiel gegen Tunesien und musste daraufhin auf einen Einsatz verzichten.
Die Untersuchungen am Montag brachten nun die Gewissheit: Baumgartner hat sich eine Verletzung der Muskulatur im rechten Oberschenkel zugezogen. Die MRT-Diagnose fiel so schwerwiegend aus, dass eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ausgeschlossen werden musste.
Für den 26-Jährigen ist es ein besonders schmerzhafter Rückschlag. Baumgartner reiste nach der besten Saison seiner Karriere ins Teamcamp und hatte erst wenige Tage zuvor betont, er befinde sich „am Peak“ seiner Laufbahn. Mit 17 Pflichtspieltoren für Leipzig und einer herausragenden Bundesliga-Saison galt er als einer der wichtigsten Hoffnungsträger für die Endrunde.
Rangnick verliert Schlüsselspieler
Der Ausfall trifft das österreichische Nationalteam in einer entscheidenden Phase. Baumgartner zählt seit Jahren zu den prägenden Figuren der Rangnick-Elf und war bei den vergangenen Turnieren regelmäßig für wichtige Momente verantwortlich.
Entsprechend betroffen zeigte sich auch Teamchef Ralf Rangnick: „Das ist für Christoph und für uns als Team natürlich eine sehr bittere Nachricht. Er ist ein wichtiger Spieler und eine zentrale Persönlichkeit innerhalb unserer Mannschaft. Jetzt gilt unsere volle Unterstützung seiner Genesung.“
Wie der freigewordene Platz im WM-Kader besetzt wird, ist derzeit noch offen. Der ÖFB kündigte an, die weiteren Schritte intern abzustimmen und zu einem späteren Zeitpunkt bekanntzugeben.
Entwarnung bei Kapitän Alaba
Während Baumgartners WM-Traum geplatzt ist, gibt es zumindest bei David Alaba positive Nachrichten. Auch der Kapitän wurde nach dem Tunesien-Spiel medizinisch untersucht, nachdem es Sorgen um seinen körperlichen Zustand gegeben hatte.
Die MRT-Untersuchung ergab jedoch keine strukturelle Muskelverletzung. Der Abwehrchef kann die Reise in die USA wie geplant antreten und steht dem Nationalteam für die Weltmeisterschaft zur Verfügung.
Damit bleibt Österreich zumindest eine weitere Hiobsbotschaft erspart. Dennoch überschattet der Ausfall Baumgartners die letzten Tage vor dem WM-Start deutlich. Ausgerechnet einer der formstärksten und kreativsten Spieler der Mannschaft wird fehlen, wenn die ÖFB-Auswahl am 17. Juni gegen Jordanien in ihr WM-Abenteuer startet.
