"Nati"-Spezialauftrag: Vergessener Bundesliga-Routinier Rodríguez soll Messi stoppen

Rodríguez steht vor seinem 144. Länderspiel für die "Nati"
Rodríguez steht vor seinem 144. Länderspiel für die "Nati"Reuters/Gary Vasquez

Ricardo Rodríguez weiß, was auf ihn zukommt. Er kennt das irre Tempo des Lionel Messi, seine fulminanten Dribblings, die ständige Torgefahr. Drei Mal hat der Außenverteidiger mit der Schweiz schon gegen den argentinischen Ausnahmekönner gespielt, dreimal gingen er und die Nati als Verlierer vom Platz. Dies soll sich nun ändern - und dafür soll auch Dauerbrenner Rodríguez sorgen.

Der 33-Jährige ist kein Mann großer Worte, er liebt es bodenständig und unaufgeregt. Doch vor dem historischen Viertelfinale des wohl größten Außenseiters gegen den Titelverteidiger Argentinien gerät selbst der Mann mit dem markanten Zopf mal ins Schwärmen. "Sie haben ein fantastisches Team", sagt Rodríguez über den schier übermächtigen Kontrahenten. Und "ja", auch das sagt der frühere Bundesliga-Profi vor der Partie in der Nacht auf Sonntag (3.00 Uhr MESZ/MagentaTV), "sie haben den Besten". Messi.

Zum Match-Center: Argentinien vs. Schweiz

Beim Gedanken an den achtmaligen Weltfußballer schießen Rodríguez fast zwangsläufig die alten Bilder wieder in den Kopf. Bilder vom 29. Februar 2012, als die Schweiz ein Testspiel gegen die Argentinier nach drei Messi-Toren 1:3 verlor. Erinnerungen vor allem aber an den 1. Juli 2014, die sich bis heute ins kollektive Schweizer Fußball-Gedächtnis eingebrannt haben.

Immer wieder Messi

WM-Achtelfinale. São Paulo. Es laufen die letzten Minuten der Verlängerung, als Rodríguez aus nächster Nähe mitansehen muss, wie das Unheil über der Nati hereinbricht. Die Schweiz steht kurz vor der Sensation, da trifft der Argentinier Ángel Di María das kleine Land mit seinem Tor in der 118. Minute mitten ins Fußball-Herz. Weil Sekunden später Blerim Dzemaili aus kurzer Distanz nur an den Pfosten köpft, verliert die Schweiz 0:1. Für Ottmar Hitzfeld war es die letzte Partie als Nationaltrainer. Rodríguez, neben Kapitän Granit Xhaka der einzige bis heute aktive Spieler von damals, ist konsterniert.

Rodríguez (l.) und Messi im Zweikampf während der WM 2014
Rodríguez (l.) und Messi im Zweikampf während der WM 2014DIEGO AZUBEL / EPA / Profimedia

Bei den Argentiniern ist genau einer übrig geblieben von damals: Messi. Wer sonst? Natürlich Messi. Der mittlerweile 39 Jahre alte Superstar, der vor zwölf Jahren den entscheidenden Angriff einleitete, ist auch anno 2026 noch der uneingeschränkte Anführer der Südamerikaner. Erzielte er bei der WM 2014 insgesamt vier Treffer, sind es diesmal schon acht. Will die Schweiz am Wochenende eine Chance haben und tatsächlich spät Revanche nehmen, muss sie Messi ausschalten. Und da kommt Rodríguez ins Spiel.

Rodríguez: Heimlicher Star und Institution?

Viele sprechen dieser Tage über den verletzten Jungstar Johan Manzambi, über Elfmeter-Töter Gregor Kobel oder über Wortführer Xhaka. Doch Rodríguez ist der heimliche Star des Teams und längst eine Institution im Schweizer Fußball. Der frühere Wolfsburger agiert auf und abseits des Platzes unauffällig - und genau das macht ihn so stark.

Rodríguez bei der WM 2026
Rodríguez bei der WM 2026Reuters/Anne-Marie Sorvin

Seit seinem Debüt im Oktober 2011 hat er 143 Länderspiele bestritten und liegt damit knapp hinter Xhaka und deutlich vor Xherdan Shaqiri auf Platz zwei der Schweizer Rekordspieler. Noch imposanter ist die Zahl seiner WM-Einsätze. Von 17 möglichen Partien bei seinen vier Endrunden spielte er alle 17 - und stand dabei jedes Mal in der Startformation.

FIFA WM 2026

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird vom 11. Juni und 19. Juli ausgetragen. Bei Flashscore findest du alle Infos zur Endrunde in in den USA, Kanada und Mexiko. 

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Die WM-Trophäe
Die WM-TrophäeEyepix/ABACA / Abaca Press / Profimedia

So dürfte es auch in der Nacht zu Sonntag sein, wenn der wortkarge Dauerbrenner seinen Spezialauftrag zu erfüllen hat.

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