Nach WM-Nominierung: Jubel in Rio - aber keine Startelfgarantie für Neymar

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Carlo Ancelotti hat die WM-Nominierung von Neymar begründet.
Carlo Ancelotti hat die WM-Nominierung von Neymar begründet.REUTERS/Ricardo Moraes

Nachdem ihn viele bereits abgeschrieben hatten, erhält Brasiliens Rekordtorschütze Neymar bei der WM 2026 noch einmal die Chance auf die große Bühne – sehr zur Freude der brasilianischen Fans.

Nachdem Carlo Ancelotti den so herbeigesehnten Namen ausgesprochen hatte, ließen ihn die Fans zunächst gar nicht mehr zu Wort kommen. "Neymar, Neymar"-Rufe schallten durch die Halle, in der der brasilianische Nationaltrainer gerade seinen Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft bekannt gegeben hatte. Der 34 Jahre alte Rekordtorschütze Brasiliens erhält noch einmal die Chance auf die ganz große Bühne.

Man habe den Fanliebling der Selecao "das ganze Jahr über beobachtet und festgestellt, dass er zuletzt konstant gespielt und sich seine körperliche Verfassung verbessert hat", sagte Ancelotti nach der Nominierung des 34-Jährigen. "Wir glauben, dass er ein wichtiger Spieler ist."

Brasilien hofft auf sechsten Stern

Diese Einschätzung teilte der Italiener, der seit 2025 brasilianischer Nationaltrainer ist, allerdings nicht immer. Für die wichtigen WM-Testspiele im März und April hatte Ancelotti Neymar noch außen vor gelassen. Der Superstar reagierte damals enttäuscht: "Ich werde darüber sprechen, denn ich kann das nicht einfach so hinnehmen. Natürlich bin ich verärgert und traurig, dass ich nicht nominiert wurde." Dennoch bleibe "der Fokus Tag für Tag, Training für Training, Spiel für Spiel. Wir werden unser Ziel erreichen. Es gibt noch eine letzte Nominierung für die Weltmeisterschaft, und mein Traum lebt weiter. Wir stehen das gemeinsam durch."

Und tatsächlich: Nach seinem bislang letzten Länderspiel im WM-Qualifikationsspiel gegen Uruguay im Oktober 2023 kehrt Neymar fast drei Jahre später auf die internationale Bühne zurück – wenn auch ohne Garantie auf einen Stammplatz. "Wir haben uns für Neymar entschieden, nicht weil wir ihn für einen guten Ersatzspieler halten, sondern weil wir glauben, dass er seine Qualitäten ins Team einbringen kann", betonte Ancelotti, "egal ob er eine, fünf oder 90 Minuten spielt oder gar nicht zum Einsatz kommt, ob er einen Elfmeter schießt oder nicht." Es sei auch wichtig, "nicht alle Erwartungen auf einen einzigen Spieler zu setzen".

Nachdem Neymar 2023 nach sechs Jahren bei Paris Saint-Germain zunächst zu Al-Hilal und später zum brasilianischen Traditionsklub FC Santos gewechselt war, hatten ihn viele Experten bereits abgeschrieben. Doch er bewies Kampfgeist und lies sich auch von seinem Verletzungspech nicht aufhalten. Bei der WM trifft die Selecao in der Vorrundengruppe C auf Marokko, Schottland und Haiti. Die brasilianischen Fans warten seit dem Titelgewinn 2002 auf den ersehnten sechsten WM-Triumph – umso größer ist nun die Freude darüber, dass auch ihr Fanliebling Neymar noch einmal dabei sein wird.