Lionel Messi hat in seiner großen Karriere fast alles erlebt, doch der Showdown mit Harry Kane und Co. bedeutet selbst für ihn Neuland. "Es ist ein besonderes Spiel, weil ich zum ersten Mal gegen sie antrete. Gegen alle anderen habe ich schon gespielt, aber noch nie gegen England", sagte Argentiniens Superstar vor dem Halbfinal-Kracher am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV und in der Flashscore-Audioreportage) in Atlanta. Es sei "etwas Besonderes, sich mit dieser Spitzenmannschaft zu messen."
Zum Match-Center: England vs. Argentinien
Das Duell mit Thomas Tuchels Engländern ist die bisher größte Herausforderung für den Weltmeister, der sich bei seiner Mission Titelverteidigung bislang schwer tut. Vor allem dank Messis Brillanz, aber auch mit einigem Spielglück haben sich die Argentinier bis ins Halbfinale gekämpft. Und noch immer steckt der zähe Erfolg gegen die Schweiz im Viertelfinale in den Knochen. Für Messi ist das kein Grund zur Sorge.
"Diese Mannschaft wird nicht müde, Geschichte zu schreiben und immer mehr zu erreichen", sagte Messi, der zum dritten Mal bei einer WM unter den besten vier steht. 2014 folgte die Niederlage im Finale gegen Deutschland, 2022 holte er den Titel - und jetzt?
Legendäre Duelle
Spielerisch hat der Titelverteidiger bei dieser WM nur ganz selten überzeugt, in der K.o.-Phase musste er in allen drei Spielen bis an die Grenze gehen - fand aber doch immer Wege, das Spiel zu gewinnen. "Die Mannschaft kämpft und lässt nie nach", sagte Messi: "Wir wollen immer mehr. Wir werden versuchen, erneut ins Finale einzuziehen."
Allein aufgrund der Historie ist das Duell mit England besonders. Unvergessen ist Diego Maradonas "Hand Gottes" und das Solo des Jahrhunderts im WM-Viertelfinale 1986. Auch in den folgenden Duellen ging es zur Sache, David Beckhams Rote Karte im Achtelfinale 1998 ist legendär. Und auch die Fans mögen sich nicht, bei Englands Viertelfinalerfolg in Miami gegen Norwegen gab es Ärger zwischen Argentiniern und den Briten. Entsprechend erhöhte auch die Polizei im Halbfinal-Spielort Atlanta die Sicherheitsvorkehrungen.
Auf dem Rasen will wieder einmal Messi den Unterschied machen. "Wir müssen versuchen, in bestmöglicher Verfassung anzukommen, um das zu tun, was wir bisher getan haben: uns im Wettkampf zu behaupten und zu kämpfen", sagte der Superstar.
VARgentinien?
Es könnte ein Fußballfest werden, doch das Duell der Schwergewichte wird von einer unschönen Debatte überlagert. Von "VAR-gentinien" ist in den Sozialen Medien die Rede. Der Vorwurf lautet: Die FIFA wolle Argentinien möglichst lange im Turnier halten – und verschaffe dem Weltmeister durch vermeintlich fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen Vorteile.
Im Netz kursieren unzählige KI-generierte Bilder, die Superstar Lionel Messi und FIFA-Präsident Gianni Infantino als Liebespaar oder Geschäftspartner darstellen. Hinzu kommen Videos mit realen Spielszenen, die als Beleg für eine angebliche Bevorzugung Argentiniens verbreitet werden. Diskussionen hin, Diskussionen her - die Engländer wollen sich damit gar nicht erst beschäftigen.
"Wir genießen innerhalb des Sports großen Respekt. Ob Entscheidungen zu unseren Gunsten ausfallen oder nicht – wir haken das ab, machen weiter und lassen den Fußball für uns sprechen", sagte Torhüter Jordan Pickford vor dem Showdown am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in Atlanta: "Genau das haben wir während des gesamten Turniers getan - und daran halten wir fest."
