Keine Vertragsverlängerung wegen Schwangerschaft: CAS verurteilt Lazio Rom

Maja Göthberg
Maja GöthbergFIFPRO

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat die Frauenmannschaft von Lazio Rom dazu verurteilt, ihrer ehemaligen schwedischen Mittelfeldspielerin Maja Göthberg eine Entschädigung zu zahlen, weil ihr Vertrag aufgrund einer Schwangerschaft unrechtmäßig beendet wurde. Es ist eine Entscheidung, die vom internationalen Spielergewerkschaftsverband FIFPRO als "revolutionär" bezeichnet wird.

Nach Ende der Saison 2023/2024, in der sie maßgeblich zum Aufstieg von Lazio in die erste italienische Liga beigetragen hatte, befand sich Maja Göthberg in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung. Auch wenn diese noch nicht offiziell war, wurden die wichtigsten Vertragsbedingungen bereits per Nachricht bestätigt.

Als die Spielerin den Verein über ihre Schwangerschaft informierte, zog sich Lazio zurück und behauptete anschließend, die Schwedin wolle nicht mehr für den Klub spielen. Darüber hinaus teilte der römische Verein diese vertrauliche medizinische Information ohne Zustimmung der Spielerin mehreren Mitspielerinnen mit.

Klares und symbolträchtiges Urteil

Der Fall wurde von der FIFA-Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten noch abgewiesen, letztlich bekam Göthberg vor dem CAS Recht. Lazio wurde dazu verurteilt, ihr sowohl eine finanzielle Entschädigung als auch Schmerzensgeld zu zahlen.

"In diesem Fall ging es nie nur um Fußball, sondern darum, in einer wichtigen Phase meines Lebens fair und respektvoll behandelt zu werden", erklärte Göthberg: "Dieses Urteil sendet die Botschaft, dass eine Schwangerschaft niemals als Problem oder als Grund gesehen werden darf, einer Spielerin berufliche Chancen zu verwehren."

Starkes Signal für den Frauenfußball

Dieses Urteil bestätigt, dass die FIFA-Regeln tatsächlich den Schutz der Athletinnen gewährleisten – selbst dann, wenn Verträge noch nicht vollständig ausgehandelt sind. Laut FIFA-Regularien liegt es beim Verein zu beweisen, dass eine Kündigung nicht im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft steht.

Der Fall ist Teil einer weltweiten Entwicklung zur Professionalisierung der Rechte von Spielerinnen. Im Jahr 2024 hat die FIFA ihren Regelrahmen gestärkt und garantiert nun unter anderem 14 Wochen Mutterschaftsurlaub mit 100 % Lohnfortzahlung (auch für Trainerinnen), vergleichbare Rechte im Falle einer Adoption und für nicht-biologische Elternteile sowie die Möglichkeit für Vereine, außerhalb der Transferperioden Ersatz für Spielerinnen in Elternzeit/Mutterschutz zu verpflichten.

Nach dem wegweisenden Fall von Sara Björk Gunnarsdóttir gegen Olympique Lyonnais im Jahr 2023 markiert der Erfolg von Maja Göthberg einen weiteren entscheidenden Wendepunkt für die Wahrung der Rechte von Frauen im Spitzensport.

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