Zum Hauptinhalt springen

Schlotterbeck vor Comeback – Bringt BVB-Coach Kovac zwei Stürmer gegen Paderborn?

Nico Schlotterbeck steht vor der Rückkehr bei Borussia Dortmund.
Nico Schlotterbeck steht vor der Rückkehr bei Borussia Dortmund.BERND THISSEN / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Die Autogramme von Nico Schlotterbeck standen am Rande des öffentlichen Trainings bei den Fans besonders hoch im Kurs - und jetzt will der Nationalspieler die Anhänger von Borussia Dortmund auch mit seinen Leistungen auf dem Platz beglücken. 84 Tage nach seinem Innenbandriss im linken Sprunggelenk im zweiten WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste steht der Innenverteidiger vor dem ersehnten Comeback, bei der Pflichtaufgabe gegen Aufsteiger SC Paderborn am Samstag (15.30 Uhr/Sky) soll Schlotterbeck zumindest wieder im Kader sein.

"Er macht einen sehr guten Eindruck", sagte Sportdirektor Ole Book: "Seine Laune wird immer etwas besser, wenn er wieder Fußball spielen und mit der Mannschaft trainieren kann." Am Mittwoch war der 26-Jährige voll ins Teamtraining eingestiegen - bisher ohne Beschwerden. Schlotterbeck sei ebenso wie Ramy Bensebaini "fit, gesund und einsatzbereit für das Wochenende", teilte Trainer Niko Kovac mit. Darüber sei er "sehr glücklich".

Weniger glücklich ist Kovac über den Ausfall seiner griechischen Flügelzange mit Giannis Konstantelias (Kreuzbandriss) und Konstantinos Karetsas (Untersuchungen nach Kreislaufproblemen). Kovac grübelt. Soll er wirklich sein System umbauen und Edeljoker Fabio Silva als zweite Spitze an die Seite von Torjäger Serhou Guirassy stellen?

"Man sieht, dass wir das System mit zwei Stürmern genauso gut spielen können wie mit einem", sagte Kovac. Doch seine Entscheidung ist damit noch nicht gefallen. "Ich weiß, dass sich der ein oder andere das wünscht. Aber es gibt auch immer auch den Effekt, wenn einer von der Bank kommt", fügte der Coach an.

Zum Match-Center: Borussia Dortmund vs. SC Paderborn

Geht es nach den Beteiligten, dann müsste Kovac nicht lange überlegen. "Wir spielen sehr gerne zusammen. Im Training haben wir viel Spaß zusammen", sagte der 30-jährige Guirassy über den sechs Jahre jüngeren Silva. Das Zusammenspiel funktioniert aber nicht nur im Training prächtig. Nach seiner Einwechslung legte Silva Guirassy den Treffer zum 2:1 beim erfolgreichen Champions-League-Auftakt gegen den FC Villarreal (3:2) mustergültig auf. "Er ist mega drauf. Er bringt eine tolle Energie ins Spiel", lobte Torhüter Gregor Kobel.

Ricken: Joker können "den Unterschied ausmachen"

Diese Energie war nicht das erste Mal in dieser Saison zu spüren. Beim Supercup gegen Bayern München (1:2) machte Silva das Spiel mit seinem Anschlusstreffer wieder spannend, beim hart erkämpften Sieg bei der TSG Hoffenheim (3:2) traf er zum Ausgleich und leitete den entscheidenden Treffer ein.

Doch in beiden Fällen wurde Silva eingewechselt. "Es ist prinzipiell ein gutes Gefühl, wenn man weiß, wer noch auf der Bank sitzt. Das kann oft den Unterschied ausmachen", sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken. Also doch kein Startelfeinsatz für Silva? "Ich werde dem Trainer nicht die Taktik oder Formation vorgeben. Aber ich glaube, dass wir alle gerade zur Kenntnis nehmen, dass Fabio das toll macht", entgegnete Book.

Im Gegensatz zu Strafraumstürmer Guirassy liebt Silva die Räume um den Sechzehner. Er lässt sich zwischen die Linien fallen, weicht auf die Flügel aus und sorgt somit für Gefahr aus anderen Zonen. "Er blüht auf und arbeitet viel", stellte Kovac zufrieden fest.

Doch reicht ihm das für eine Systemumstellung? "Das haben wir auch schon gespielt. Es kann auch sein. Das werden wir sehen", sagte Kovac und grübelte weiter.