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DFL heißt jetzt Bundesliga, sonst ändert sich nix? – Großer Rechtecoup 2029?

Die Bundesliga-Gruppe hat in den nächsten Jahren große Herausforderungen vor sich.
Die Bundesliga-Gruppe hat in den nächsten Jahren große Herausforderungen vor sich.DANIELA PORCELLI / GETTY IMAGES VIA AFP

Die Internetadresse dfl.de funktioniert zwar noch, der Computernutzer wird aber automatisch zur neuen Domain bundesliga-gruppe.de weitergeleitet. Dort ist nachzulesen, was den Ligaverband zum Saisonstart so bewegt. Denn auch wenn die Deutsche Fußball Liga (DFL) mittlerweile unter dem neuen Namen Bundesliga firmiert, sind die alten Baustellen nicht kleiner geworden - eine ziemlich große ist sogar frisch dazugekommen.

Schließlich hat der Chef der European Leagues zuletzt verraten, dass auch das Mitglied Bundesliga im Machtkampf beim Weltverband FIFA in Opposition zu Präsident Gianni Infantino steht - was direkt zu Ligapräsident Hans-Joachim Watzke führt.

Der mächtigste Funktionär des deutschen Fußballs will 2029 zwar aufhören, doch vorerst muss er sich als Mitglied des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (UEFA) von Infantino distanzieren - den er vor nicht allzu langer Zeit noch für die aufgeblähte Klub-WM gelobt hatte. "Meine Haltung ist die der UEFA. Das ist ja klar", sagte Watzke bei RTL/Sky.

Nachwuchsförderung soll Priorität haben

Haltung benötigt Watzke auch bei einem Problem, das nach wie vor ungelöst ist. Zwar hat das Bundeskartellamt endgültig grünes Licht für 50+1 gegeben, doch ein "Weiter so" bei der Investoren-Regel dürfe es bei den Ausnahmen Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg sowie den Sonderfällen RB Leipzig und Hannover 96 nicht geben. Der Bundesliga muss die Quadratur des Kreises gelingen, Klagen stehen weiter im Raum. "Es gilt nun im Ligaverband mit allen 36 Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga Lösungen zu finden", beteuerte Watzke. Das kann dauern.

Dauern könnten auch die Arbeiten an anderer Stelle, bis ein Ergebnis sichtbar wird. Bei der Durchlässigkeit von Talenten aus dem Jugend- in den Profibereich hinkt die Bundesliga im europäischen Vergleich teilweise deutlich hinterher. Um das zu ändern, wird es einen zusätzlichen U21-Wettbewerb geben. "Die Nachwuchsförderung muss ein zentrales Element sein", sagte Co-Geschäftsführer Marc Lenz.

Sein Kollege Steffen Merkel ist nicht minder gefordert. Zwar steht die nächste Ausschreibung der nationalen Medienrechte erst 2028 auf dem Programm, doch die Vorbereitungen laufen bereits. Dass die beiden Liverechte-Inhaber RTL/Sky und DAZN nach eigenen Aussagen profitabel wirtschaften und neue Konkurrenz wie Paramount+ aufgetaucht ist, macht mit Blick auf die Erlöse große Hoffnung.

"Wir sehen eine gewisse Dynamik auf dem Markt, die es so in den vergangenen 20, 25 Jahren nicht immer gegeben hat", sagte Merkel: "Wir machen uns bereits Gedanken, wie wir diese Dynamik bestmöglich nutzen können". Bestmöglich wäre es für den Ligaverband, wenn die kommende Auktion mehr bringt als die 1,12 Milliarden Euro, die es derzeit pro Saison gibt. Schließlich sind die Medienerlöse die mit Abstand größte Einnahmequelle der Klubs.

Großer Rechtecoup 2029?

Zwar rangiert die Bundesliga nach den vier großen US-Ligen und der englischen Premier League beim Umsatz auf Platz sechs der weltweiten Sportligen. Doch Merkel mahnt: "Das ist kein Zustand, auf dem wir uns ausruhen können." Deshalb sollen die globalen Medienrechte weiter entwickelt werden. Das Abschneiden der Nationalmannschaft bei der zurückliegenden WM war dabei nicht gerade hilfreich.

Der Weg für einen möglichen ganz großen Coup ist dennoch geebnet: Im Jahr 2029 laufen alle nationalen und internationalen Verträge gleichzeitig aus. Falls ein Global Player alle Rechte weltweit kaufen möchte, wäre das möglich. Dann würde sich mehr ändern als nur der Name.