Bayern München baut seine Vormachtstellung in Deutschland damit erneut aus. Mit nun 35 Titeln dominiert man die Rekordsieger im deutschen Oberhaus. 25 Titel trennen die Roten vom BFC Dynamo, die alle ihre Titel in der DDR gewannen. In der Bundesliga, in der die Münchner nur 34 ihrer 35 Titel gewannen, sind Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach mit je 5 Titeln weiter die ersten Bayern-Jäger.
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Dominant ab Saisonstart
Es hatte sich bereits ab dem 1. Spieltag angedeutet, dass in der aktuellen Saison der FC Bayern ein Top-Anwärter auf die Meisterschale sein wird. Im Eröffnungsspiel der neuen Saison besiegte man in RB Leipzig ein Top-Team der Bundesliga deutlich mit 6:0 (3:0).
Es sollte nicht der letzte Kantersieg der Münchner sein, die in dieser Saison Spaß am Toreschießen haben. Gleich achtmal schoss man fünf oder mehr Tore. Den Höhepunkt erreichte man am 16. Spieltag mit einem 8:1 (2:1) gegen den VfL Wolfsburg. Die Folge: Den Torrekord der Bundesliga – 101 Tore, die man selbst in der Saison 1971/72 aufstellte – hat man bereits am 29. Spieltag gebrochen. Nach dem Duell am Sonntag steht die Bilanz bei noch vier Spielen bei 109 Toren.
Eine makellose Saison war dem dominanten FC Bayern jedoch nicht vergönnt. Bereits das 2:2 (1:1) bei Union Berlin beendete am 10. Spieltag den kleinen Traum einer Spielzeit ohne Punktverlust. Am 19. Spieltag folgte im Heimspiel gegen den FC Augsburg ein 1:2 (1:0) – es ist die bis heute einzige Saisonniederlage der Bayern in der Bundesliga. "Wir waren sehr, sehr konstant. So souverän ist es uns selten gelungen", stellte Joshua Kimmich am Sonntag fest.
Verbesserter Kader trotz Transferplus
Einen Grundstein für den Titel in diesem Sommer legte man bereits vor einem Jahr. Man verkaufte ein Sextett um Mathys Tel, Kingsley Coman und Paul Wanner und verlieh zudem einige Spieler ohne Perspektive. Die Bilanz: Einnahmen in Höhe von 101,7 Millionen Euro.
Der Großteil dieser Summe, stattliche 70 Millionen Euro, flossen in den Transfer von Luis Diaz. Der Kolumbianer wurde zum drittteuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte und zahlte dieses Vertrauen mit Scorerpunkten zurück. In 28 Spielen kommt der Flügelstürmer auf 15 Tore und 13 Vorlagen. Nur Harry Kane schoss mehr Tore, nur Michael Olise gab mehr Vorlagen.
Zudem gelangen einige Schnäppchen. Jonathan Tah und Tom Bischof kamen quasi ablösefrei nach München – lediglich 2,3 Millionen Euro zahlte man summiert, damit das Duo bereits an der Klub-WM teilnehmen durfte. Verteidiger Tah wurde schnell zum Stammspieler, Schweizer Taschenmesser Bischof sucht noch seinen Platz, ist mit seiner Flexibilität aber bereits mehrfach wertvoll gewesen.
Auch die Jugend spielte in dieser Saison eine größere Rolle als noch in den Vorjahren. Gleich neun Youngster debütierten in der Bundesliga. Allen voran: Lennart Karl. 2022 ablösefrei aus der Jugend der SV Viktoria Aschaffenburg gekommen, ist der 18-Jährige offensiv eine echte Alternative zu den etablierten Stars geworden und konnte bereits 5 Tore und 4 Vorlagen beisteuern.
Triple im Visier
Auch wenn das erste Ziel für den FC Bayern bereits abgehakt ist, so ist die Saison noch lange nicht beendet. Sowohl im DFB-Pokal (22. April vs. Bayer Leverkusen) als auch in der Champions League (28. April/6. Mai vs. Paris Saint-Germain) steht man im Halbfinale. Zwei weitere Titel sind mit der Dominanz, in der die Münchner in dieser Saison aufgetreten sind, durchaus vorstellbar. "Wir haben noch ein paar Ziele in dieser Saison", schaute Kimmich bereits nach vorne.
Für den FC Bayern würde zudem eine kleine Durststrecke enden: Seit 2020 gewann man den DFB-Pokal nicht mehr, im selben Jahr sicherte man sich mit dem Gewinn der Champions League auch das Triple. Damals, als die Stadien aufgrund der COVID-19-Pandemie leer blieben, feierte man ohne Fans. In diesem Jahr könnte man seine Erfolge endlich wieder mit seinen Anhängern feiern.
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