"Episches Comeback": Messi & Co. feiern trotz Schiri-Skandal das Viertelfinale

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Messi wurde von seinen Mitspielern in die Höhe geworfen
Messi wurde von seinen Mitspielern in die Höhe geworfenREUTERS/Carlos Barria

Nach seiner Show für die Ewigkeit fehlte Lionel Messi die Kraft für die große Party in der argentinischen Kabine. Während seine Mitspieler gelöst tanzten und singend im Kreis sprangen, verfolgte der Kapitän der Weltmeister das wilde Treiben auf seinem Stuhl sitzend und lächelte glücklich. Es wirkte, als wolle Messi diese Momente des puren Glücks bei seiner letzten WM aufsaugen.

"Wir wollten einfach nicht, dass es das Ende ist, wir wollen noch nicht nach Hause gehen", sagte der Superstar, der seine Argentinier bei einer famosen Aufholjagd zum 3:2 (0:1) gegen Ägypten und damit ins Viertelfinale der WM geführt hatte. Als "besten Spieler der Geschichte" und "Legende" bezeichnete Julian Alvarez den unersättlichen Messi, der die Hoffnungen der stolzen Fußball-Nation auf seinen Schultern trägt.

 

Zum Match-Center: Argentinien vs Ägypten

Alles für Messi

"Wir sind ihm auch dankbar für alles, was er für uns tut, und auch für seine Art im Umgang mit uns", betonte Alvarez. "Wir werden weiterhin alles für uns geben, aber vor allem für ihn, weil es seine letzte Weltmeisterschaft ist und er uns so viel gegeben hat", sagte Lautaro Martinez über den "Wegweiser, Bezugspunkt und Anführer" der Argentinier, die in der Nacht auf Sonntag (3.00 Uhr MESZ/MagentaTV) in Kansas City auf die Schweiz treffen und auch dort wieder an ihre Grenzen gehen müssen.

Im Achtelfinale von Atlanta hatte dem Titelverteidiger beim Spielstand von 0:2 das Aus gedroht - nicht zuletzt, weil Messi einen Foulelfmeter verschossen hatte - doch dann riss der beste WM-Torschütze der Geschichte das Spiel an und sein Team mit sich. Den Anschlusstreffer durch ristian Romero (79.) bereitete er mustergültig vor, dann erzielte er mit seinem 21. WM-Treffer höchstpersönlich den Ausgleich (84.). Als Enzo Fernández (90.+2) noch vor der Verlängerung das irre "Comeback, das in die Geschichte eingehen wird" (Clarin) krönte, flossen bei Messi und Trainer Lionel Scaloni Tränen des Glücks.

Argentinier von Emotinen überwältigt

Allen spielerischen Defiziten, die die Argentinier bislang offenbart haben, zum Trotz kann ein solcher Sieg Kräfte freisetzen. "Es war ein Moment purer Freude und Erleichterung", sagte Messi, den seine argentinischen Teamkollegen nach Schlusspfiff vor Freude in die Luft warfen: "Wir haben alles gegeben, es ist unglaublich, was diese Gruppe leisten kann."

Es ist eine Gruppe, deren Erfolg weiterhin maßgeblich von Messi abhängt - auch wenn der Kapitän mittlerweile 39 Jahre alt ist. Teils schlendert Messi übers Feld, beteiligt sich nur sporadisch am Pressing, steht oft im Abseits, doch mit dem Ball am Fuß gelingt ihm fast immer etwas Außergewöhnliches.

"Ehrlich gesagt gibt es kaum noch Worte, um ihn zu beschreiben. Die WM, die er spielt, ist unglaublich", sagte Alvarez mit Blick auf Messis Ausbeute von acht Toren. Bei den Argentiniern herrscht nicht nur die Hoffnung, dass Messi sie zum vierten WM-Titel führt, nein, sie glauben fest an ihren Magier.

Für Scaloni waren die Emotionen nach dem fulminanten Schlussspurt gegen Ägypten zu viel. "Ich kann nicht mehr, es tut mir leid. Das ist zu viel. Was für eine Gruppe von Spielern", sagte er und brach das TV-Interview mit Tränen in den Augen ab.