Nach 0:2-Rückstand: Messis Argentinier gelingt emotionales Comeback gegen Ägypten

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Messi half mit einem Tor und einer Vorlage zum Comeback
Messi half mit einem Tor und einer Vorlage zum ComebackREUTERS/Carlos Barria

Argentinien liegt gegen Ägypten 0:2 zurück, doch Lionel Messi kämpft sich mit dem Weltmeister doch noch ins Viertelfinale.

Lionel Messi sank auf die Knie und hielt sich die Hände vors Gesicht. Während das Stadion um ihn herum zum Tollhaus wurde, weinte Argentiniens Superstar Tränen des Glücks - auch, weil er gerade nochmal mit einem blauen Auge davongekommen war. Dann packten seine Mitspieler schon zu und warfen den lachenden WM-Rekordtorjäger nach einem furiosen Comeback zum 3:2 (0:1) nach 0:2-Rückstand gegen Ägypten hoch in die Luft.

"Diese Gruppe gibt nie auf"

"Es war sehr schwer, wir haben gelitten, aber diese Gruppe gibt nie auf, sie kämpft bis zum Ende", sagte Messi, "es ist verrückt, was sie in dieser K.o.-Runde geleistet hat. Wir haben das Spiel noch gedreht. Ich freue mich, dass die Leute jetzt feiern können." Julian Alvarez lobte seinen Kapitän als "Legende" und den "besten Spieler der Welt - der Geschichte".

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Es war Messi, wer sonst, der ein "Comeback, das in die Geschichte eingehen wird" (Clarin), möglich machte: 0:2 lag der Weltmeister gegen tapfer kämpfende Ägypter zurück, dann legte der 39-Jährige den Anschlusstreffer von Cristian Romero (79.) auf und traf kurz darauf selbst (83.). Enzo Fernández gelang in der Nachspielzeit noch das Tor zum 3:2 (0:1) und zum Einzug ins Viertelfinale.

"Episch! Herz eines Champions!", feierte La Nacion das Comeback. Trainer Lionel Scaloni musste das Interview nach dem Schlusspfiff von seinen Emotionen überwältigt abbrechen: "Ich kann nicht mehr. Das ist zu viel. Was für eine Gruppe an Spielern! Ich kann nicht mehr, ich muss aufhören. Es tut mir leid." Für Messi, der den Ausgleich mit seinem 21. WM-Tor erzielte, geht die Mission Titelverteidigung weiter: Am Sonntag (3.00 Uhr MESZ/MagentaTV) geht es in Kansas City gegen die Schweiz oder Kolumbien.

Statistiken: Ägypten vs. Argentinien
Statistiken: Ägypten vs. ArgentinienFlashscore / Opta by StatsPerform

Messi verschoss Foulelfmeter

Nach dem Happy End für Argentinien hatte es in Atlanta lange nicht ausgesehen - auch weil Messi einen Foulelfmeter verschoss (21.). Schon gegen Österreich hatte der Superstar einen Strafstoß vergeben. Die Argentinier bissen sich davor und danach immer wieder die Zähne am überragenden Torhüter Mostafa Shobeir aus.

Yasser Ibrahim (15.) hatte mit seinem Kopfballtreffer für den ersten Rückstand Argentiniens während der WM gesorgt. Als Argentinien immer wütender auf den Ausgleich drängte, schlug Mostafa Zico (67.) nach einem Konter zu. Er hatte bereits elf Minuten zuvor getroffen, das vermeintliche 2:0 wurde wegen eines Foulspiels nach Sichtung der Videobilder aber zurückgenommen.

Wie bereits beim zähen Erfolg im Sechzehntelfinale gegen Kap Verde lahmte das Offensivspiel der Argentinier lange. Die Kombinationen waren zu langsam. Ägyptens Trainer Hossam Hassan hatte "kein leichtes Spiel" für den Weltmeister versprochen, und sein Team setzte die forsche Ansage lange eindrucksvoll um.

Spielernoten: Ägypten vs. Argentinien
Spielernoten: Ägypten vs. ArgentinienFlashscore

Ägypten führte lange

Die Nordafrikaner hatten mehr vom Spiel, verteidigten Messi oftmals mit mehreren Spielern und liefen die Lücken fleißig zu. Dann schlug Ibrahim nach einer Ecke zu und belohnte die Ägypter für eine sehr starke Anfangsphase. Doch in der Defensive offenbarten sie einige Schwächen, wenn Argentinien mit etwas mehr Schwung kombinierte.

Als Nicolás Tagliafico in den Strafraum stürmte, konnte ihn Haissem Hassan nur per Foul stoppen - doch Messi ließ die große Chance zum Ausgleich vom Punkt liegen. Der Fehlschuss rüttelte die Argentinier aber wach. Sie drängten nun auf den Ausgleich, scheiterten aber immer wieder am famosen Shobeir, Messi schoss zudem einen Freistoß aus der Distanz an den Pfosten (31.).

Ägypten fand kaum Entlastung, verteidigte geschlossen ganz tief in der eigenen Hälfte, auch in der zweiten Halbzeit, blieb aber mit Kontern gefährlich und hatte Argentinien am Rande der Niederlage. Bei der letzten Trinkpause schworen sich die Ägypter nochmals auf die heiße Schlussphase ein - sie wurde für sie heißer als erwartet.