Deutschland wirkte im Sechzehtelfinale gegen Paraguay häufig ideenlos, schwerfällig und langsam – ein Kritikpunkt, den auch Bundestrainer Julian Nagelsmann in seine Spielanalyse aufnahm. Gegen einen tief stehenden Gegner tat sich der Favorit schwer, in die gefährlichen Räume zu kommen.
Auch die tiefstehende Abwehrkette des Gegners machte dem DFB-Team das Leben außerordentlich schwer. 77mal versuchten die Deutschen, einen Pass in den Strafraum der Südamerikaner zu spielen – was bei der bisherigen Weltmeisterschaft sogar einen Bestwert darstellt.
Fast alles ging über Wirtz
Doch nur 20 dieser Zuspiele kamen auch beim Mitspieler an. Bemerkenswert ist dabei der Anteil von Florian Wirtz. 13 dieser 20 erfolgreichen Pässen wurden nämlich vom offensiven Mittelfeldspieler ausgeführt, was einem Anteil von 65 Prozent entspricht.

Insgesamt bereitete er für seine Mitspieler vier Abschlussmöglichkeiten vor. Nach eienr Flanke von Wirtz in den Strafraum erzielte Kai Havertz in der 54. Minute per Kopf den wichtigen 1:1-Ausgleich, ohne den sich das deutsche Team nicht einmal in die Verlängerung gerettet hätte.
Wirtz' Pässe gegen Paraguay kamen auf einen kumulierten xA-Wert von 0,67 – eine ausgesprochen hohe Zahl, nur neun Spieler bei dieser WM hatten bislang einen höheren Wert in dieser Statistik.

Omnipräsent
Außerdem verzeichnete er zwölf progressive Ballführungen, von denen eine mit einem Schuss endete, sowie vier erfolgreiche Dribblings.
Wirtz erzeugt auch im Alleingang Torgefahr – zumindest ansatzweise. Ein Abschluss von ihm wurde vom gegnerischen Defensivblock verteidigt, ein weiterer Versuch ging knapp daneben. Auch an der Defensivarbeit beteiligte sich der 23-Jährige unermüdlich.

Hierbei kam ihm wohl seine nach dem Wechsel in die Premier League deutliche gesteigerte Athletik zugute.
All diese Statistiken rechtfertigen im Flashscore-Rating eine überdurchschnittlich hohe Bewertung – obwohl Deutschland letztendlich im Elfmeterschießen scheiterte (3:4).
