Der Titelfavorit der Vorsaison ging in Montreal bereits zum dritten Mal in Folge von der Pole-Position ins Rennen und lieferte sich an der Spitze einen harten Schlagabtausch mit dem 19-jährigen Italiener. In Runde 30 wurde Russells Bolide jedoch plötzlich langsamer und rollte am Streckenrand aus.
Durch das vorzeitige Aus des Briten feierte Antonelli seinen vierten Saisonsieg in Serie. Damit baute er seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft gegenüber Russell nach fünf Grands Prix – die allesamt an Mercedes gingen – und drei Sprints von 18 auf 43 Punkte aus.
Formel 1: Russell will "um WM kämpfen"
"Es fühlt sich fast so an, als wollten die Renngötter nicht, dass ich in diesem Titelkampf mitmische", meinte Russell enttäuscht und spielte damit auf eine unglückliche Safety-Car-Phase in Japan, einen technischen Defekt im Qualifying von China und das jüngste Pech am Sonntag an.
Trotz des wachsenden Punkterückstands zeigt er sich aber weiterhin kämpferisch. "Der Druck ist jetzt weg. Ich werde da rausgehen, jedes einzelne Rennen genießen und versuchen, zu gewinnen. Ich habe absolut nichts mehr zu verlieren", fügte er hinzu. "Natürlich ist es frustrierend, denn ich will um diese WM kämpfen."
Russell, der am Samstag noch das Sprintrennen für sich entschieden hatte und das gesamte Wochenende dank der neuesten Mercedes-Updates eine starke Form zeigte, warf nach dem Defekt frustriert seine Kopfstütze aus dem Cockpit, bevor er ausstieg und das virtuelle Safety-Car ausgelöst wurde.
Trotz aller Enttäuschung betonte der 28-jährige Brite jedoch, wie sehr er die direkten Duelle mit Antonelli genieße. "So einen Zweikampf habe ich vermutlich seit dem legendären Duell zwischen Lewis (Hamilton) und Nico (Rosberg) in Bahrain 2014 nicht mehr erlebt", schwärmte Russell. "Die neuen Autos machen solche Manöver überhaupt erst möglich. Kimi und ich hatten einen großartigen Fight."
Auch Antonelli genießt Teamduell
Auch der junge Antonelli bedauerte das vorzeitige Ende des teaminternen Duells: "Es war ein extrem harter Kampf", sagte der Teenager.
"Wir haben beide absolut alles gegeben, weil wir unbedingt gewinnen wollten. Für die Zuschauer war das sicher erstklassige Unterhaltung. Es ist wirklich schade, dass er mit einem Defekt ausgeschieden ist – der Kampf wäre bis zur Ziellinie extrem intensiv geblieben."
