Und das lässt sich auch in Zahlen ablesen. Acht der 14 Saisonrennen gewann Antonelli, er liegt in der Fahrer-WM bereits 81 Punkte vor seinem ersten "Verfolger" George Russell. Längst scheint die naheliegende Frage nicht mehr zu sein, ob Antonelli Weltmeister wird, sondern eher, wann es so weit ist. "Er macht seinen Job – dafür, dass er gerade erst 20 geworden ist – auf geradezu beängstigend gute Weise. Einfach phänomenal", lobte auch der aktuelle Champion Norris.
Beim Großen Preis von Spanien in Madrid hatte Antonelli zwar etwas Rennglück, als das Virtuelle Safety Car zu einem idealen Zeitpunkt ausgerufen wurde. Doch der Italiener nutzte diese unverhoffte Chance dann auch entschlossen und gewann am Ende vor Verstappen sowie Norris. "Antonelli greift nach dem WM-Titel am Ende eines Rennens, an dem er die Göttin Fortuna an seiner Seite hat", schrieb die italienische Zeitung Corriere della Sera passenderweise.
Norris: Antonelli "macht einen unglaublichen Job"
Antonellis Dominanz erinnert an jene von Verstappen in vergangenen Tagen. Er ist im Gegensatz zu allen anderen Fahrern auf höchstem Niveau konstant und leistet sich nur ganz wenige Fehler. Seine Leistungen sind noch höher zu bewerten, weil sein deutlich erfahrenerer Teamkollege Russell zwar ebenfalls im pfeilschnellen Mercedes sitzt, aber einfach nicht mithalten kann.
"Er macht einen unglaublichen Job und wird höchstwahrscheinlich den Titel gewinnen", sagte Norris: "Er fährt definitiv nicht so, als wäre es erst sein zweites Jahr in der Formel 1, das steht fest."
Alles sieht danach aus, als würde Antonelli die quälend lange italienische Leidenszeit beenden. Ja, klar. Da waren die goldene Ära von Michael Schumacher bei Ferrari oder der Titel von Kimi Räikkönen, doch seit Alberto Ascaris Triumph im Jahr 1953 wartet Italien auf einen Weltmeister aus dem eigenen Land.
Bei diesem riesigen Vorsprung kann doch nichts mehr schiefgehen, oder doch? "Man weiß nie, was passieren kann", sagte Antonelli: "Deshalb muss ich auf alles vorbereitet sein und jede sich bietende Gelegenheit weiterhin bestmöglich nutzen. Dann werden wir sehen, wo wir am Ende des Jahres stehen."
