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Warum Lionel Messi beinahe für Spanien gespielt hätte

Messi hat die Chance auf seinen zweiten WM-Titel
Messi hat die Chance auf seinen zweiten WM-TitelČTK / AP / Takuya Matsumoto

Lionel Messi ist der vielleicht beste Spieler aller Zeiten. Bereits 2022 führte er Argentinien zum WM-Titel. Vier Jahre später hat er die große Gelegenheit, mit der Albiceleste die Titelverteidigung zu feiern. Am Sonntag (21 Uhr/MESZ) treffen Messis Argentinier im Finale auf Spanien – eben jenes Land, für dass der achtfache Weltfußballer beinahe selbst aufgelaufen wäre.

Als im Dezember 2000 auf einer Papier-Serviette der erste Vertrag von Lionel Messi aufgesetzt wurde, wurde ein Stück Fußball-Geschichte geschrieben. Das damals 13-jährige Wunderkind ließ seine Heimat hinter sich, um beim FC Barcelona anzuheuern – denn die Blaugrana hatten sich dazu bereit erklärt, seine kostspielige Behandlung mit Wachstumshormonen zu finanzieren.

Fortan ging "La Pulga" in Spanien auf Torjagd. Sofort stieg er auch in Barcelonas berühmter Fußballschule zu einem der besten Spieler in der gesamten Akademie auf. Seine enge Ballbehandlung, die unfassbaren Tempodribblings und die schon in jungen Jahren ausgeprägte Spielintelligenz erregte bei seinen Trainern große Aufmerksamkeit.

Messis Talent blieb nicht lange unentdeckt
Messis Talent blieb nicht lange unentdecktREUTERS/Agustin Marcarian

"Von der ersten Minute weg haben wir gesehen, dass er der beste Spieler im Team sein wird", erzählte sein damaliger Teamkollege Victor Vázquez ESPN. 

Zwar machte in Katalonien schnell das Gerücht die Runde, Barça beherbge ein neues Jahrhunderttalent – doch in einer Zeit vor YouTube, Wyscout und Co. entging das den Verantwortlichen in Messis argentinischer Heimat. 

Spanien bemühte sich um Messi

Messis damaliger Coach Alex García sah eine große Gelegenheit für die spanischen Nachwuchs-Auswahlen: "Es war nicht normal, dass ein Spieler wie Leo nicht in eine Nationalmannschaft berufen wurde. Also bin ich zum Spaniens damaligem Jugendtrainer Ginés Meléndez gegangen und habe ihm gesagt: 'Da gibt es Kind, es ist Argentinier – aber sie berufen ihn nicht für ihr Nationalteam. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dass er für Spanien spielen möchte."

Meléndez war auf Anhieb überzeugt und versuchte, Messi mithilfe seiner Teamkameraden dazu zu bringen, sich für Spanien zu entscheiden. Doch eine Videokasette vereitelte diese Pläne.

VHS-Tape überzeugte Argentiniens Fußball-Verband

Messis Vater Jorge beauftragte seinen Agenten Horacio Gaggioli damit, einen Zusammenschnitt von den besten Szenen seines Sohnes zu organisieren und auf Tape zu bannen. Gaggioli suchte ein Hotel in Barcelona auf, in dem damals die argentinische A-Nationalmannschaft weilte.

So fand die Kasette schließlich ihren Weg zum argentinischen Fußball-Verband – und über dessen Co-Trainer Claudio Vivas gelangte sie schließlich auch zum damaligen Nationaltrainer Marcelo Bielsa.

Bielsa war zunächst skeptisch, doch erkannte schnell Messis einzigartiges Talent. So forderte er Vivas dazu auf, dass Video "in normaler Geschwindigkeit abzuspielen" – woraufhin Vivas entgegnete: "Marcelo, das ist die normale Geschwindigkeit!"

Bielsa veranlasste den argentinischen Teammanger Omar Souto dazu, schleunigst Kontakt mit Messis Familie aufzunehmen. Der schlug das Telefonbuch in dessen Heimatstadt Rosario auf – und gelangte über Umwege schließlich zur Telefonnummer von Messis Vater Jorge.

Bielsa ist ein früher Förderer von Messi
Bielsa ist ein früher Förderer von MessiREUTERS/Eloisa Sanchez

Rekordspieler und Rekordtorschütze

2005 gab Messi schließlich sein Debüt in der argentinischen A-Nationalmannschaft, bereits 2006 folgte sein WM-Debüt. Mittlerweile hat er 206 Länderspiele für die Albiceleste absolviert, in denen er 125 Tore geschossen hat – womit er der mit Abstand erfolgreichste Fußballer in Argentiniens Geschichte ist.

2022 folgte bei der WM in Katar die erste große Krönungszeremonie – die am Sonntag ihre Fortsetzung erleben könnte. Und das ausgerechnet gegen Messis ehemalige Wahlheimat Spanien.

Match-Center: Spanien vs. Argentinien